12 Works

Chinesische Ansichten zu Lust und Leiden. Lust und Leiden als sexuelle Konzepte

Marc Winter
In der altchinesischen philosophischen und erotischen Literatur finden sich offenbar keine sexuellen Konzepte, die sich als sadistisch oder masochistisch deuten lassen. Der Sadomasochismus war im vormodernen China, auch wenn er gelegentlich praktiziert worden zu sein scheint, keine signifikante sexuelle Vorliebe. Allerdings kannte das alte China durchaus die Verbindung von Lust und Schmerz, und zwar in der konfuzianischen Kindespietät, die in der Kaiserzeit als höchste Tugend galt und in teilweise bizarren Geschichten exem­plifiziert wurde.

Vorwort

Wolfgang Rother & Josette Baer
Nicht Lust oder Leiden, sondern Lust und Leiden: Die vorliegende erste Nummer von conexus enthält Aufsätze, die das Thema aus philosophischer, literaturwissenschaftlicher und kunstgeschichtlicher, historischer und politischer, kulturanthropologischer und medizinischer Perspektive beleuchten.

Zur Ontologie von Lust und Leiden

Wolfgang Rother
Was im Folgenden versucht wird, ist eine grobe Skizzierung der komplexen Grundstrukturen und Einteilungen von Lust und Leiden. Nach Hinweisen zur Etymologie und Sprachgeschichte werden Lust und Leiden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. In einer semantisch-sprachanalytischen Annäherung wird untersucht, welche Empfindungen wir haben, wenn wir in verschiedenen Kontexten und Situationen von Lust und Leiden sprechen. Dabei werden die unterschiedlichen Gestalten und Facetten dieser Empfindungen thematisiert. Schliesslich werden der ontologische Status sowie das ontologische Ineinander-verschlungen-sein von Lust...

Otto Dix - der Künstler, der alles sehen wollte

Barbara Von Orelli-Messerli
Exemplarisch für den Blick der Neuen Sachlichkeit auf Lust und Leiden sind drei Gemälde von Otto Dix, in denen das Leiden der Menschen im Ersten Weltkrieg thematisiert wird: die beiden Gemälde Kriegskrüppel (1920) und Schützengraben (1923), die schon in der Weimarer Zeit als antipatriotisch und dann von den Nationalsozialisten als wehrkraftzersetzend diffamiert wurden und seit der Münchener Ausstellung Entartete Kunst von 1937 verschollen sind, sowie das Triptychon Der Krieg (1929/1932), das Otto Dix vor der...

Lust und Leiden, Conexus 1 (2018)

Wolfgang Rother & Josette Baer
Publikationen der Fortgeschrittenen Forschenden und Lehrenden der Universität Zürich

Editorial

Wolfgang Rother
Die Ringvorlesungen der Privatdozentinnen und Privatdozenten, Titularprofessorinnen und Titularprofessoren der Universität Zürich werden nach der Neuorganisation der Stände von den Fortgeschrittenen Forschenden und Lehrenden der Universität Zürich weitergeführt. Die Beiträge durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren, werden professionell redigiert und lektoriert und in der Zeitschrift conexus auf der Plattform HOPE publiziert.

Lust und Leiden. Goethes Trilogie der Leidenschaft

Ulrike Zeuch
In einer biographisch-philologischen Lektüre von Goethes Trilogie der Leidenschaft (1827) wird die dichterische Verarbeitung von Leiderfahrungen als mögliche Strategie ihrer Bewältigung untersucht. Wegleitend sind dabei die in Psychoanalyse und Literaturwissenschaft diskutierten Fragen, wie ein Mensch in der Retrospektive ein angemessenes Verhältnis zu eigenem Leid entwickeln kann, ob und wie es Goethe gelingt, durch die literarische Verarbeitung von persönlichen Enttäuschungen und Verletzungen zu einer versöhnlich-souveränen Haltung zur eigenen Vergangenheit zu gelangen, welches die ad­äquate Form der...

Leiden und Lust in der französischen Fremdenlegion

Christian Koller
Den harten Kern der französischen Streitkräfte bildeten die Söldner der Fremdenlegion, deren Leiden und «Lust» in ihren unterschiedlichen Facetten aus einer auf Selbstzeugnissen basierenden Alltags- und Innenperspektive untersucht werden. In Bezug auf das Leiden waren die Legionäre Opfer und Täter. Einerseits wurden sie schikaniert, unterlagen einem drakonischen Disziplinar- und Strafsystem und litten nicht nur physisch, sondern auch psychisch - die meisten Legionäre erlebten depressive Anfälle. Andererseits waren sie als Täter in Folter, Massaker und andere...

Politik und Mode. Lust und Leiden der Frauen in der sozialistischen Tschechoslowakei

Josette Baer
In einer kultur- und sozialgeschichtlichen, mit zahlreichen Abbildungen illustrierten Studie werden die vielfältigen politischen Einflüsse auf die Mode, das Frauenbild und den life style in den Epochen des Stalinismus, der Entstalinisierung und der Zeit nach dem Prager Frühling untersucht. Mode war im Kalten Krieg stets auch ein identitätsstiftendes Moment des politisch-sozialen Systems. In der systemvergleichend angelegten Studie werden am Leitfaden der amerikanischen Modezeitschrift Vogue auf der einen Seite und tschechoslowakischen Frauenzeitschriften und Werbeplakaten auf der...

Die Ringvorlesungen der Privatdozentinnen und Privatdozenten, Titularprofessorinnen und Titularprofessoren der Universität Zürich 1987-2017

Wolfgang Rother
Zwischen 1987 und 2017 haben die Privatdozentinnen und Privatdozenten, Titularprofessorinnen und Titularprofessoren der Universität Zürich achtzehn Ringvorlesungen gehalten. Nachfolgend werden die Vorlesungen auf der Grundlage der publizierten Beiträge verzeichnet.

Lust und Leiden im Roman Lev Tolstojs Anna Karenina

Erich Bryner
Das Thema «Lust und Leiden» ist ein zentrales Motiv in Tolstojs Anna Karenina: das Leiden Annas in und an ihrer unglücklichen Ehe mit einem wenig empathischen, konservativen und karrierefixierten Angehörigen der Sankt Petersburger Grossbourgeoisie, ihr kurzes, aber von Anfang an fragiles und von zahlreichen Konflikten und Spannungen, tiefgreifenden Krisen und bitteren Leiderfahrungen durchzogenes Glück in der

Vom Frust zur Lust in der Urologie – Harninkontinenz und erektile Dysfunktion

Hubert John & Philipp Maletzki
Harninkontinenz und erektile Dysfunktion sind nach wie vor Tabuthemen, die nicht gerne verbalisiert werden. Sie gehen mit Schamgefühl, Unwohlsein und Unsicherheit einher und werden daher nicht gern in der Öffentlichkeit, im Privaten oder auch beim Arztbesuch angesprochen. Aus urologischer Perspektive werden die unterschiedlichen – konservativen, medikamentösen, apparativen und operativen – Therapiemethoden diskutiert.

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