38 Works

Teilzeit und Lebensarbeitszeit – Bausteine bedarfsorientierter, flexibler Arbeitszeitmodelle

(:Unav)
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich viele Beschäftigte eine Reduzierung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit wünschen. Die Sorge vor Einkommensverlusten und Vorbehalte bei den Arbeitgebern sind wesentliche Hürden für die Realisierung dieser Arbeitszeitwünsche. Dieser Beitrag beschreibt diese Hürden und zeigt auf, dass Arbeitgeber häufiger als vermutet ein eigenes wirtschaftliches Interesse an Teilzeitbeschäftigung haben müssten. Dies gilt besonders dann, wenn es darauf ankommt, Arbeitszeiten an einen unregelmäßigen Bedarfsverlauf anzupassen. Schließlich wird dargestellt, dass Teilzeit auch in Schichtpläne integriert und...

Das türkische Welfare-Regime unter der AKP: vom konservativen südeuropäischen zum muslimischen Typus?

Noemi Trucco
In der Republik Türkei hat sich aufgrund zweier historischer Besonderheiten, einem rigiden Laizismus und sehr starken staatlichen Strukturen, ein stark fragmentierter, hierarchischer und korporatistischer Sozialstaat etabliert, welcher der Familie eine wichtige Rolle innerhalb der sozialen Wohlfahrt zuweist. Mit der verstärkten Einbindung der Türkei in die globale Marktwirtschaft in den 1980er Jahren entstanden neue Formen von Armut und die Finanzierung des Sozialstaats kam immer stärker unter Druck. Die islamisch-konservative AKP (Adalet ve Kalkınma Partisi), die seit...

Unter dem Einfluss einer Krise der Männlichkeit - Leonhard Ragaz und sein Netzwerk

Ruedi Epple
1922 trat Leonhard Ragaz von seiner Professur für Theologie an der Universität Zürich zu-rück und zog mit seiner Familie nach Zürich Aussersihl, einem stark wachsenden Aussen-quartier mit Arbeiterbevölkerung. Er gründete dort ein sogenanntes Settlement, eine Siedlung wohlhabender oder gut gebildeter Leute in proletarischer Nachbarschaft. Seine Entscheidung, diesen aussergewöhnlichen Schritt zu unternehmen, wird hier in den Zusammenhang der „Krise der Männlichkeit“ gestellt, von der viele Männer betroffen waren, die den 1. Weltkrieg mitgemacht oder miterlebt hatten....

Dauernachtarbeit – Eine Sichtung des vorhandenen Wissenstandes mit Thesen, Empfehlungen & Forschungsfragen

Céline Vetter, Sebastian Schief, Johannes Gärtner, Sylvia Rabstein & Anna Arlinghaus
Im Falle der Dauernachtarbeit, also einer dauerhaften Schichtarbeit bei Nacht, ste-hen begründete Befürchtungen erheblicher Nachteile anderen Sichtweisen gegen-über. Dieser Artikel beruht auf einer umfassenden Literatursuche und einer breiten Diskussion in der Arbeitszeitgesellschaft. Es werden von Expertinnen und Experten konsensual abgestimmte Thesen zu der Wirkung von Dauernachtarbeit sowie zum Forschungsbedarf vorgestellt. Das Kernergebnis der Diskussion ist, dass Dauer-nachtarbeit in den meisten Fällen problematisch ist, aber auch Konstellationen exis-tieren, bei denen die Dauernachtarbeit wenig problematisch oder vielleicht...

Household Wellbeing and Health in Two Types of Welfare Regimes - A Comparison of (Lower-) Middle Income Households in Chile and Costa Rica

Monica Budowski & William Daniel Vera
Chile and Costa Rica’s health care systems fare well regarding health indicators. They vary corresponding to their welfare regimes: liberal-informal and social-democratic-informal. We compare how households in precarious prosperity, which are particularly dependent on institutional arrangements, deal with health. We ask: to what extent do health care systems, visible in household strategies, affect wellbeing; do health problems spill over to other life domains? Data consist of qualitative interviews with the same households in 2008, 2009...

Ergonomisch gestaltetes 3-Schichtsystem mit Nachtschichtreduktion für alle Beschäftigten

Corinna Jaeger
Nacht- und Schichtarbeit stellt eine besondere Belastung und Beanspruchung dar. Gemäß arbeitswissenschaftlicher Empfehlungen sollte die Phase des Arbeitens und Ruhens gegen den biologischen Schlaf-Wach-Rhythmus möglichst kurz sein. Präven-tiv hat ein Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie die Nachtschichten für alle betroffenen Mitarbeiter reduziert, das flexible Schichtsystem auf kurz vorwärts rotierend umgestellt und gleicht Mehrbelastung durch Freizeit aus.

Arbeitszeiten mobil Beschäftigter: welche Auswirkungen haben auswärtige Übernachtungen?

(:Unav)
Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse von Arbeitszeiterhebungen bei mobiler Arbeit vorgestellt, die im Rahmen des Forschungsprojektes prentimo (Präventionsorientierte Gestaltung mobiler Arbeit) anhand von drei Unternehmen (in zwei Unternehmen durch qualitative Erhebungen, in einem durch die Analyse von konkreten Arbeitszeiten) analysiert wurden. Im Fokus steht dabei mobiler Arbeit, die mit räumlicher Mobilität einhergeht. Mobilität ist zur Erledigung der Arbeitsaufgabe notwendig, wenn beispielsweise direkt beim Kunden gearbeitet wird. Zentrale Fragestellung des Beitrages ist, ob sich bei ÜbernachterInnen...

Big Data-Revolution, Überwachung und soziale Medien: Gefahr für die Demokratie?

Martin Kahl
Unternehmen, Sicherheitsbehörden und politische Organisationen sammeln und verwerten eine Unmenge persönlicher Daten zur Verbesserung von Verhaltensprog-nosen und zur Verhaltenssteuerung. Setzt man diese Entwicklung mit Kernelemen-ten demokratischer Willensbildung wie der autonomen Meinungsbildung, der selbstbestimmten Grenzziehung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit und der Vermittlungsaufgabe öffentlicher Medien in Beziehung, so werden an vielen Stellen tiefgreifende Veränderungen und Probleme deutlich. Die gesellschaftlichen und poli-tischen Folgen der massenhaften Erhebung und Auswertung persönlicher Daten sind aus demokratietheoretischer Perspektive jedoch erst in Ansätzen...

Editorial: Vielfalt der Arbeitszeiten

Johannes Gärtner, Sylvia Rabstein, Sebastian Schief, Céline Vetter & Anna Arlinghaus
Editorial zum Schwerpunktheft "Vielfalt der Arbeitszeiten"

Ansätze für eine Neue Normalarbeitszeit – ein Diskussionsbeitrag

Karin Boonstra-Hörwein, Werner Marschitz, Johannes Gärtner, Ruth Siglär, Peter Baumgartner & Anna Arlinghaus
Die aktuelle Regulierung von Arbeitszeiten schafft Anreize für belastende Zeiten und berücksichtigt nur unzureichend wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen dieser Belastungen. Dieser Beitrag stellt einen neuen Ansatz vor: Ausgehend von einer einerseits weit verbreiteten und andererseits auch sozial- und gesundheitspolitisch wünschenswerten ‚Neuen Normalarbeitszeit‘, nämlich der Gleitzeit von Montag bis Freitag tagsüber, sollen abweichende Ar-beitszeiten hinsichtlich ihrer Belastung bewertet werden. Eine angemessene Kompensation in zusätzlicher Freizeit statt finanzieller Zulagen soll dann diese Belastung ausgleichen statt sie...

TINA und die technologische Revolution

Jörg Flecker
Wir erleben derzeit eine langanhaltende öffentliche Debatte über den Umbruch von Wirtschaft und Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung. Dabei verbinden sich die Perspektive des Technikdeterminismus, welche die Ursache sozialer Veränderungen in der Technik sieht, und jene des Neoliberalismus. Entsprechend wird nicht die Frage gestellt, welche Technikentwicklung und -anwendung wünschenswert sei, sondern bloß eine rasche Digitalisierung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit gefordert. In diesem Beitrag wird ausgehend von aktuellen Debatten über Digitalisierung, Industrie 4.0 und Arbeit 4.0...

The “socialist revolution” in the Seychelles

Daniel Künzler
After the “socialist revolution” in 1977, the Seychelles introduced a universal social pension, free education and free health care. This path of the Seychelles to universal social policies is unique in several regards. On the one hand, the policies were financed by economic growth triggered by a non-dogmatic economic policy that focused on three partly state-led, partly privately driven key sectors. Especially important were services (tourism, finance) that replaced the colonial plantation economy. On the...

Editorial - Arbeitszeitentwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

(:Unav)
Editorial des Schwerpunktheftes "Arbeitszeitentwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

A social revolution in the name of a religion? The Islamic Revolution of 1978/79 in Iran

Amir Sheikhzadegan
The year 1979 witnessed an event that was to impact the world for decades to come. The Western-friendly monarchic regime of Iran that had pushed through a rapid modernization program by leaning on a repressive security apparatus was toppled by a nationwide protest movement and replaced by an Islamist regime. This study delivers, from a historical sociological perspective, an analysis of the major factors that led to this major transformation of Iranian society. The focus...

Suizidbeihilfe in der Schweiz

Anita Kovacevic & Christine Bartsch
Direkte aktive Sterbehilfe, auch Euthanasie genannt, bezeichnet die von einem Patienten gewünschte Tötung zur Verkürzung seiner Leidensdauer und ist in den meisten Ländern der Erde gesetzlich verboten, so auch in der Schweiz. Die durch Artikel 115 des Strafgesetzbuchs (StGB) legitimierte Beihilfe zum Suizid ist demgegenüber ein Vorgang, bei dem die sterbewillige Person durch die Bereitstellung einer tödlichen Medikamentendosis, die sie selbständig aufnehmen muss, von Dritten unterstützt wird. Diese Assistenz muss allerdings frei von selbstsüchtigen Beweggründen...

Rezension

Christoph Tschanz
Bonvin, Jean-Michel und Stephan Dahmen (Hg.) (2017). Reformieren durch Investieren? Chancen und Grenzen des Sozialinvestitionsstaats in der Schweiz. Investir dans la protection social – atouts et limites pour la Suisse. Zürich: Seismo Verlag. 144 Seiten, SFr. 28 / € 26.

Vorzüge und Schattenseiten der Flexibilität der Dauer der Arbeitszeiten. Eine Untersuchung in sieben österreichischen Branchen

(:Unav)
Mit dem Beitrag wird eine Zuordnung verschiedener Formen der Arbeitszeitgestaltung zu vorwiegend arbeitnehmerInnen- und arbeitgeberInnenseitiger Flexibilisierung vorgenommen und die Auswirkungen dieser flexiblen Arbeitszeiten auf bezahlte und unbezahlte Mehrarbeitsstunden untersucht. Weiteres haben wir gefragt unter welchen Bedingungen flexible Arbeitszeiten von den ArbeitnehmerInnen positiv und in welchen Fällen diese negativ bewertet werden. Basis für die Analyse ist eine Befragung österreichischer ArbeitnehmerInnen in insgesamt sieben Branchen. Die Untersuchung zeigt, dass flexible Arbeitszeiten häufiger mit Mehrarbeit verbunden sind als...

Contested claims to social welfare: Basic income grants in Namibia

Sabine Klocke-Daffa
In many parts of the world, income transfers to underprivileged groups have long been part of social welfare programmes. However, the conditionality of such grants has recently been challenged on a global scale, arguing that income grants should serve as a mechanism to redistribute national resources rather than filling the social gap, and be conceded to all members of the population. The only country that tested this kind of social policy is Namibia with its...

Der Tod ist kein Zufall: Ungleiche Lebenszeitchancen als Herausforderung für die Sozialpolitik

Michael Nollert
Menschen sind vor dem Tod ungleich, und zwar nicht nur hinsichtlich sozialem Status, sondern auch im Hinblick auf ihre Lebenszeitchancen. Menschen mit geringen Lebenschancen verfügen über weniger Bildung, Einkommen, Vermögen und sterben früher als Menschen mit grösserer Ressourcenausstattung. Dieser Zusammenhang lässt sich sowohl global als auch innerhalb von reichen Ländern wie etwa der Schweiz nachweisen. Der vorliegende Beitrag gibt zunächst einen Überblick über die Ursachen ungleicher Lebenszeitchancen. Danach folgt ein Überblick über ausgewählte empirische Analysen....

Varieties and drivers of social welfare in sub-Saharan Africa: A critical assessment of current research

Daniel Künzler & Michael Nollert
How can we conceptually grasp social policies on the macro level in sub-Saharan Africa? Decommodification and defamilialisation, two key concepts of Esping-Andersen’s seminal typology, are not very helpful to distinguish welfare regimes in sub-Saharan Africa. Moreover, typologies that have been developed for the Global South hardly consider social stratification. In conclusion, there is no typology including African states that covers all relevant dimensions of welfare and includes education, agricultural, and housing policies. There is also...

The discourse of dependency and the agrarian roots of welfare doctrines in Africa: The case of Botswana

Jeremy Seekings
Political elites across much of Africa have criticized welfare programmes and the idea of a welfare state for fostering dependency. Anxiety over dependency is not unique to East or Southern Africa, but the discourse of dependency in countries such as Botswana differs in important respects to the discourses of dependency articulated in some industrialised societies (notably the USA). This paper examines African discourses of dependency through a case-study of Botswana. The paper races the genealogy...

Polizeiarbeit zwischen Kontrolle und Fürsorge

Silvia Staubli
Polizeiarbeit steht im Spannungsfeld zwischen dem Ausüben von sozialer Kontrolle und dem sich Kümmern um vulnerable Personen. Hierbei arbeitet die Polizei Hand in Hand mit weiteren Akteuren aus dem privaten und öffentlichen Bereich. Daneben steht die Polizei im Fokus der Öffentlichkeit und ihre Arbeit, z.B. in Form von Personenkontrollen, wird von der Gesellschaft vermehrt kritisch beäugt. Rund um solche Themen wurde am 22. März 2017 eine Tagung an der Universität Fribourg organisiert. Die Referentinnen und...

The Politics of Health Care Reforms in Kenya and their Failure

Daniel Künzler
The current literature on the politics of social policy has two major shortcomings: health care reforms are undertheoretized and research on Anglophone Africa tends to neglect health reforms. To tackle this, a case study on Kenya presents (failed) re-forms such as universal or categorical free health care or the introduction of health insurance and the expansion of its coverage. The case study clearly shows that there is no single theoretical explanation of social policy reforms...

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