87 Works

Moderne Zeitreisen oder Die performative Aneignung vergangener Lebenswelten

Stefanie Samida
Der Begriff ‚Living History‘, im Deutschen oft als lebendige/wiederbelebte/erlebte Geschichte übersetzt, steht sowohl für populäre Geschichtsrepräsentationen als auch für den Versuch einer emotionalen Aneignung von Vergangenheit. Im Zentrum des Beitrages stehen die ‚Zeitreisenden‘ und ihr Eintauchen in fremde Welten. Nach einer knappen Skizzierung des fachübergreifenden Forschungsfelds schließen sich einige terminologische Bemerkungen bezüglich des Begriffs ‚Living History‘ an. In einem dritten Teil wird dann die Frage verfolgt, mit welchen Mitteln die Akteure meinen, den ‚Zeitsprung‘ herstellen...

On (very) new and (extremely) critical archaeologies, or, why one may remain forever eighteen years behind the truly new

Dawid Kobiałka
Heutige Archäologien sind komplex und vielfältig. Es ist z.B. einfacher, die Unterschiede zwischen prähistorischer Archäologie (z.B. Childe 1929) und der Archäologie der nahen Vergangenheit (Buchli und Lucas 2001) zu bestimmen, als ihre Gemeinsamkeiten zu finden. Das Gleiche gilt für die Geschichte der Archäologie als solche. Vereinfacht ausgedrückt, bereitet es keinerlei Schwierigkeiten, die Unterschiede zwischen kulturhistorischer Archäologie, prozessualer und postprozessualer Archäologie aufzuzeigen (Trigger 2006). In diesem Artikel behaupte ich jedoch, dass jede der genannten Archäologien dieselben...

Archaeology of the Contemporary Past: An Interview with Alfredo González-Ruibal, Thomas Kersting and Laurent Olivier

Alfredo González-Ruibal, Thomas Kersting, Laurent Olivier & Editorial Collective Of Forum Kritische Archäologie
Some time ago, Laurent Olivier sent a request to Forum Kritische Archäologie, asking if we would be willing to review a book he and his colleagues had edited. Clashes of Time (2017) is a collection on the theme of archaeology of modern times. Since we do not publish book reviews, we came up with the idea of interviewing him and the editors of two other books on similar topics: Thomas Kersting from the Brandenburg State...

Krieg als Hobby? Das Leipziger Völkerschlacht-Reenactment und der Versuch einer Entgegnung.

Bertram Haude
Every year in October re-enactors march through Leipzig to replay the so-called Völkerschlacht in 1813 to the cheers of the bystanders. The 200th anniversary of the Völkerschlacht attracted a particularly large public. The artist Bertram Haude responded to this mass event with the foundation of an „International Shattered Liberation Force“ (ISLF), a group of anti-re-enactors who disturbed the picturesque image of a war turned festival. The ISLF made an appearance as ill-treated, injured and demoralized...

Archäologischer Raum ist politischer Raum. Neue Perspektiven auf die Archäologische Kartographie (1. Beitrag)

Susanne Grunwald
Im folgenden Beitrag sollen die Potentiale einer wissenschaftsgeschichtlichen Perspektive auf die deutsche archäologische Kartographie aufgezeigt werden. Dafür wird der Zusammenhang zwischen zeitgenössischen politischen Raumdiskursen und deren kartographischen Repräsentationen einerseits und den von PrähistorikerInnen rekonstruierten und kartierten prähistorischen Raumordnungen andererseits näher untersucht. Nach einem Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand zur archäologischen Kartographie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wird eine kurze Einführung in die Perspektiven der sog. critical cartography folgen. Am Beispiel einer Karte von Robert...

Entangled Discussions: Talking with Ian Hodder About His Book Entangled Berlin, 14. December 2013

Reinhard Bernbeck, Susan Pollock, Carolin Jauß, Constance Von Rüden, Johannes Greger & Stefan Schreiber
Forum Kritische Archäologie

Archäologie, Volkskunde und die Sepulkralkultur der Neuzeit: eine praxissoziologische Perspektive

Juliane Lippok
Eine Möglichkeit, den dynamischen Wandel in der Neuzeit (1500–1800) zu erfassen, ist die Erforschung der Sepulkralkultur. Forschungsgeschichtlich haben sich zuerst die Europäische Ethnologie und später die Neuzeitarchäologie mit der materiellen Kultur der Neuzeit beschäftigt. Dennoch ist die gegenwärtige Situation durch eine mangelnde Zusammenarbeit beider Disziplinen und die Verzerrung des Forschungsfeldes durch veraltete Forschungsprämissen gekennzeichnet. Der Grund dafür ist in der Geschichte der beiden Fächer zu suchen. Die Frage, die sich heute stellt, ist, wie der...

Uncomfortable, irregular, anarchist: an archaeology of repetition

Leila Papoli Yazdi, Maryam Dezhamkhooy, Omran Garazhian, Mariam Naimi & Arman Masoudi
Do historical processes have the potential of being repeated? This article presents such a possibility by studying two cases in Iran, one from the 1970s and the other from 2009. The political circumstances of contemporary Iran have posed this question: why have the political protests never truly changed the political structure? Why are we repeatedly experiencing dictatorship despite two great political movements over the last century? This article tries to reconsider this issue by interpreting...

Archäologie als Importware

Leila Papoli Yazdi & Omran Garazhian
Forum Kritische Archäologie

Archäologie als Zeitmaschine: Zur Temporalisierung von Dingen

Undine Stabrey
Wissenschaftlich Neues und gesellschaftlicher Wandel wechselwirken. Die Gegenwart um 1800 verändert Temporalstrukturen ebenso spezifisch wie sie als neue Zeitstruktur selbst die Bildung wissenschaftlicher Erkenntnis erst hervorbringt. Die Zeitgestaltung der sich industrialisierenden Jahrzehnte um 1800 verzeitlicht alle Daseinsbereiche auf neue Weise. Gerade mehr Materialität, die Vervielfältigung und Beschleunigung von Dingen, bringt dabei neue Zeitstrukturen hervor. Das hat auch Auswirkungen auf die archäologische Forschung: Denn in diesen temporalen Konstellationen bildet die Archäologie methodologische Grundmuster, mit denen sie...

Archäologie der Aneignung

Stefan Schreiber
Archäologie wird oft als Wissenschaft vergangener materieller Kultur verstanden. Je mehr wir aber versuchen, diese Welt der Dinge zu begreifen, desto komplizierter erscheint sie uns. Die Dinge wehren sich – sie sträuben sich gegen unsere Versuche, sie zu zähmen. Früher waren sie einfach Artefakte. Wir stellten sie her und zerbrachen sie wieder. Sie gehörten uns, waren unsere verlängerten Arme, unsere Werkzeuge, unser materialisierter Wille. Je genauer wir aber hinschauen, desto mehr verschwimmen derartige Vorstellungen. Stattdessen...

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