27 Works

Nahrhafte mittelalterliche Dichtung: digital und analog. Ein Aufruf zum methodischen Ungehorsam

Katharina Zeppezauer-Wachauer
digEST_ivum (www.digestivum.at und www.glossar.kochbuchforschung.org) ist ein digitales Glossar der Speisenfachsprache in der deutschsprachigen poetischen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Das spezifische lexikalische Wortmaterial von Sach- und Fachtexten erfüllt in Epik und Lyrik eine besondere Aufgabe: Es dient ihrer ‚Poetisierung‘ (z.B. in Form von Metaphern oder Sprichwörtern). Der Beitrag diskutiert exemplarische Fallstudien zum Begriffsfeld ‚Speise‘ im Mittelhochdeutschen, die für digEST_ivum von zentraler Bedeutung sind. Das verwendete digitale Konzept berücksichtigt die zeitgenössischen Praktiken der modernen...

Sorge um Wald und Baeume als Kerngeschaeft vormoderner Politik und Verwaltung. Das Beispiel der Schweizer Kleinstadt Zug

Daniel Schlaeppi
Am Beispiel der Schweizer Kleinstadt Zug lassen sich erhellende Einblicke in die Waldwirtschaft eines vormodernen Gemeinwesens gewinnen. Zahlreiche Fallbeispiele aus dem Verwaltungsalltag machen deutlich, dass eine korporativ-genossenschaftlich geprägte politische Ökonomie bestimmte ökonomische und soziale Zielsetzungen verfolgte. Das Management der Waldressourcen beruhte auf folgenden Determinanten: Auf Sachkenntnis abstellendes Handeln, haushälterischer Umgang mit den vorhandenen Gütern, Wissen um den unbedingten Bedarf nach sowie die Bereitschaft zu stetiger Erneuerung der Ressourcenbasis, ein nicht nur auf finanziellen Ertrag sondern...

Holzskulptur in Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert? Eine Spurensuche

Marthe Kretzschmar
Die kunsthistorische Forschung zur Bildhauerei im Zeitalter des Ancien Régime hat der Bildschnitzerei bislang wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Skulpturen und Plastiken, die im Umfeld der Académie Royale de Peinture et de Sculpture entstanden, wurden v.a. aus Marmor, Bronze oder Stuck gefertigt. Doch Bildhauerarbeiten aus Holz konnten sich im sakralen Raum weiterhin behaupten, wobei der materielle Charakter durch Fassung zumeist modifiziert wurde. Bedeutsam war der Werkstoff für Prunkmöbel und dekorative Innenausstattungen, wobei hier vor allem Exotik und...

Aufwertung oder Verschleierung des Materials? Bildlich gestaltete Tischplatten in Spaetmittelalter und Frueher Neuzeit

Jens Kremb
Die Studie ist der Frage einer Materialikonologie bzw. einer Materialsemantik des Werkstoffes Holz im Möbelbau des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit gewidmet. Grundlage dafür ist wegen der spärlichen schriftlichen Quellenlage ein Vergleich von bildlich gestalteten Tischplatten, weil dies sich wegen der unterschiedlichen Gestaltungstechniken der Bemalung und Intarsien für eine Gegenüberstellung besonders gut eignet. So kann ein möglicher Unterschied im Umgang mit dem Werkstoff Holz und einer daraus resultierenden Wertigkeit der Möbel nachvollzogen werden. Um diese...

Auf Messers Klinge – Materielle Kultur im Spiegel illuminierter Urkunden. Ein Forschungsprojekt im virtuellen Raum

Markus Gneiß & Andreas Zajic
Illuminierte Urkunden erfordern als Objekte mit Text-Bild-Kombinationen einen interdisziplinären Zugang, um sie angemessen zu erforschen. Expertinnen und Experten im Feld der Kunstgeschichte, der Historischen Hilfswissenschaften – allen voran der Diplomatik – und der Digital Humanities arbeiten im am Institut der Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und am Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz angesiedelten Projekt „Illuminierte Urkunden“ gemeinsam an der Präsentation der Forschungsergebnisse auf dem Online-Urkundenportal Monasterium (www.monasterium.net). Anhand ausgewählter Beispiele zum Thema Marken...

Holz in der Vormoderne. Werkstoff, Wirkstoff, Kunststoff

Thomas Kuehtreiber, Heike Schlie, Daniel Schlaeppi, Katja von Baum, Lisa Eckstein, Beate Fuecker, Michael Grabner, Andrea Weber, Konrad Mayer, Elisabeth Waechter, Sebastian Nemestothy, Iris Engelmann, Josef Loeffler, Jens Kremb & Marthe Kretzschmar
Die vorliegende Ausgabe versammelt Forschungsbeiträge aus den Bereichen Kunsttechnologie, Bauforschung, Materialwissenschaft/Werkstofftechnik, Kunstgeschichte und Geschichtswissenschaft, die sich mit der Frage nach der kulturhistorischen Bedeutung von Holz als Ressource, Werkstoff und Träger symbolisch-ästhetischer Zuschreibungen auseinandersetzen. Thomas Kühtreiber, Heike Schlie: Holz als Geschichtsstoff. Das Materielle in den Dingkulturen (1–11); Daniel Schläppi: Sorge um Wald und Bäume als Kerngeschäft vormoderner Politik und Verwaltung. Das Beispiel der Schweizer Kleinstadt Zug (12–32); Katja von Baum, Beate Fücker, Lisa Eckstein: Der hölzerne...

Bilder, die Räume erschließen. Historische und digitale Erkundung der Wandmalereien in der Göttweigerhof-Kapelle (Krems/Stein)

Miriam Landkammer, Gabor Tarcsay & Michaela Zorko
Die Göttweigerhof-Kapelle in Krems/Stein a. d. Donau ist mit Wandmalereien ausgestattet, die Künstler aus dem Zusammenhang der ‚Malerschule von St. Florian‘ zu Beginn des 14. Jahrhunderts unter unmittelbarem künstlerischen Einfluss aus Frankreich geschaffen haben dürften. Die lückenlose gemalte Ausstattung der eigentlichen Kapelle und der zwei kleinen Nebenräume enthält – neben weiteren Motivgruppen – mariologische Darstellungen und einen Bildzyklus der Vita des Hl. Matthias, beide nicht nach dem Gesichtspunkt einer chronologischen Abfolge im Raum angeordnet. Diese...

REALonline Enhanced. Die neuen Funktionalitäten und Features der Forschungsbilddatenbank des IMAREAL

Ingrid Matschinegg & Isabella Nicka
Am Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Krems (Universität Salzburg) wurde bereits in den 1970ern ein Langzeitprojekt initiiert, das neben den Daten zum Bildträger auch jene zu den Bildinhalten erschließt und speichert. Auf diese Weise konnten bisher über 1,2 Millionen Begriffe zu den dargestellten Bildelementen auf über 22.000 Datensätzen zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen visuellen Medien erfasst werden. Etwa die Hälfte der geografischen Standorte der aufgenommenen Werke liegt im heutigen Österreich; die...

Digitising Patterns of Power (DPP). Fallstudien zur digitalen Aufnahme, Verwaltung, Analyse und Präsentation archäologischer und historischer Daten

Stefan Eichert, Bernhard Koschicek & Mihailo St. Popovic
Das Ziel dieses Artikels besteht darin, das internationale und interdisziplinäre Projekt „Digitising Patterns of Power (DPP): Peripherical Mountains in the Medieval World“ vorzustellen, das durch das Programm „Digital Humanities: Langzeitprojekte zum kulturellen Erbe“ von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) finanziert wird. Das Projekt ist am Institut für Mittelalterforschung (IMAFO) der ÖAW mit einem Durchführungszeitraum vom 1. Jänner 2015 bis 31. Dezember 2018 verankert. DPP beabsichtigt, sechs, im Text genauer beschriebene Fallstudien, die unterschiedliche Regionen...

Signs and Maps of Power in Medieval Europe: A Case Study on Byzantine Macedonia (13th/14th Centuries)

Mihailo St. Popovic & Vratislav Zervan
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Grenzen des Byzantinischen Reiches im mittelalterlichen Südosteuropa, genauer im vor-osmanischen (d. h. Byzantinischen) Mazedonien. Weitreichende politische Veränderungen traten auf der südlichen Balkanhalbinsel vom Ende des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts ein, als sich das serbische mittelalterliche Königreich unter dem König Stefan Uroš II. Milutin auf Kosten des Byzantinischen Reiches nach Süden ausbreitete, was bis 1355 anhielt. Dies wiederum wirkte sich auf die Grenzräume und grenzübergreifenden Gesellschaften zwischen...

Historische Holzartenauswahl in Oesterreich. Analysen in Museen, historische Literatur und moderne Pruefungen

Michael Grabner, Andrea Weber, Konrad Mayer, Elisabeth Waechter & Sebastian Nemestothy
Holz war in der Vergangenheit ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Er begleitete die Menschen als Brennholz, Bauholz oder Werkholz und wurde mit großem Wissen und viel Erfahrung eingesetzt. Man versuchte ihn optimal zu nutzen, das heißt Verluste bei der Verarbeitung so gering als möglich zu halten und jede Holzart ihren Eigenschaften entsprechend einzusetzen. Das Ziel unserer Arbeiten war nachzuweisen, welche Holzarten in der Vergangenheit in Österreich genutzt und wie diese eingesetzt wurden. In sechs...

Digital Humanities und Materielle Kultur

Elisabeth Gruber, Gabriele Schichta, Ingrid Matschinegg, Isabella Nicka, Stefan Eichert, Bernhard Koschicek, Mihailo St. Popovic, Katharina Zeppezauer-Wachauer, Markus Gneiß, Andreas Zajic, Vratislav Zervan, Miriam Landkammer, Gabor Tarcsay & Michaela Zorko
Die vorliegende Ausgabe versammelt Forschungsbeiträge aus den Bereichen Kunstgeschichte, Geschichtswissenschaft, Germanistik, Archäologie, Byzantinistik und Bauforschung, die aus unterschiedlichen Fragestellungen, Projekten und Forschungsinteressen heraus die digitalen Geisteswissenschaften als Methode und Denkansatz für die Erforschung der materiellen Kultur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit fruchtbar machen. Elisabeth Gruber, Gabriele Schichta: Digitale Geisteswissenschaften und die Rückbindung an das Objekt. Ein Interview mit Georg Vogeler (1–9); Ingrid Matschinegg, Isabella Nicka: REALonline Enhanced. Die neuen Funktionalitäten und Features der Forschungsbilddatenbank...

Die Ordnung der REime. Zur Konmedialität von Schrift und Bild in ihrer ursprünglichen Setzung auf dem Klosterneuburger Ambo des Nikolaus von Verdun

Heike Schlie
In der Widmungsinschrift des Klosterneuburger Emailwerks für den Ambo im Stift Klosterneuburg wird das typologische System, welches in vertikalen Bildgruppen je eine christologische Szene mit zwei alttestamentlichen Bildtypen verknüpft, mit dem Begriff des Reimens (consona) charakterisiert. Die in den narrativen Emails gefassten Begebnisse werden als „sacra consona“, sich reimende heilige Dinge bezeichnet, die „eingegraben“ sind (peraratum), womit selbstreferentiell wiederum auf die hier verwendete Technik des Grubenschmelzes verwiesen wird. Die typologischen Reimstrukturen der Bilder und die...

Objekte der Erinnerung

Elisabeth Gruber, Gabriele Schichta, Jochen Hermann Vennebusch, Chassica Kirchhoff, Heidrun Lange-Krach, Christoph Emmendörffer, Christoph Hauptmann, Ilja Sallacz, Claudia Theune, Iris Winkelbauer & Nina Stainer
Die vorliegende Ausgabe nimmt den 500. Todestag Kaiser Maximilians I. zum Anlass, das Thema „Gedächtnis und Gedenken“ aufzugreifen. In ihr versammeln sich Forschungsbeiträge aus den Bereichen Kunstgeschichte, Bauforschung, Museumswissenschaften, Archäologie und Geschichtswissenschaft, die sich mit der Funktion von Objekten als Medien der Erinnerung in historischen Kontexten auseinandersetzen. Mit Beiträgen von Heidrun Lange-Krach, Christoph Emmendörffer, Christoph Hauptmann, Ilja Sallacz, Chassica Kirchhoff, Nina Stainer, Jochen Vennebusch, Claudia Theune und Iris Winkelbauer. Elisabeth Gruber, Gabriele Schichta: Editorial; Jochen...

Ein neuer Weg zur Stadtgeschichte – Virtual Reality im Maximilianmuseum

Heidrun Lange-Krach, Christoph Emmendörffer, Christoph Hauptmann & Ilja Sallacz
Im Maximilianmuseum in Augsburg findet im ‚Maximiliansjahr‘ 2019 die Ausstellung „Maximilian I. (1459-1519). Kaiser. Ritter. Bürger zu Augsburg“ statt. Die Ausstellung beherbergt außer hochwertigen Leihgaben auch ein besonderes Highlight: In einer virtuellen Umgebung werden längst abgerissene Stadttore computergestützt nachmodelliert und für die Besucher wieder zugänglich, obwohl die Originale schon lange nicht mehr Teil des Stadtbildes sind. Eines davon war einst eine berühmte Touristenattraktion: Augsburgs ‚Alter Einlass‘, das Nachttor, erbaut 1514 angeblich für Kaiser Maximilian I....

Intentionale Verwendung von Eichen-Krummholz in Glockenstuehlen des 15. und 16. Jahrhunderts am Beispiel von Beobachtungen in Thueringen

Iris Engelmann
Wir kennen unterschiedliche Gründe für die Verwendung von Krummhölzern: So wurden diese wegen ihrer Form beim Bau von Schiffen, aber auch in Cruck-Dachwerken eingesetzt. Im Fachwerkbau kamen sie sogar gezielt als Zierde an Schaufassaden zum Einsatz. Die Verwendung von Krummhölzern in Glockenstühlen lässt jedoch noch einen anderen – bisher unbeachteten – Grund vermuten: Krummwüchsige Eichen wurden vornehmlich im Mittelalter für die lastableitenden Streben im Glockenstuhl eingesetzt. Könnte es daher sein, dass die Schwingungskräfte aus dem...

Object Links

Elisabeth Gruber, Gabriele Schichta, Josef Löffler & Heike Schlie
Die vorliegende Ausgabe enthält zwei Forschungsbeiträge aus den Bereichen Kunstgeschichte und Geschichtswissenschaft, die sich aus unterschiedlichen Fragestellungen, Projekten und Forschungsinteressen heraus mit 'Object Links' - d.h. mit den Beziehungen, die zwischen Objekten und zwischen Objekten und Menschen bestehen sowie mit den Beziehungen, die durch Objekte gestiftet werden - in der materiellen Kultur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit beschäftigen. Ebenfalls in dieser Ausgabe enthalten ist ein wissenschaftliches Interview mit Prof. Christina Antenhofer, Inhaberin des Lehrstuhls...

Materielle Kultur, Repräsentation und Distinktion im Exil. Adelige Emigranten aus den österreichischen Erbländern in süddeutschen Reichsstädten

Josef Löffler
Der Beitrag beschäftigt sich mit der materiellen Kultur österreichischer Adelsfamilien, die im Zuge der Gegenreformation im 17. Jahrhundert in süddeutsche Reichsstädte ausgewandert sind. Es soll dabei untersucht werden, welche Rolle Objekte und die mit diesen in Zusammenhang stehenden Praktiken für die adelige Repräsentation und als Abgrenzung zum städtischen Umfeld spielten. Angesprochen werden dabei verschiedene Bereiche adeligen Lebens, nämlich Unterkunft und Mobiliar, Bibliotheken und Kunstsammlungen, der Umgang mit Waffen sowie Feiern anlässlich einzelner Lebensstationen.

Holz zwischen Gelehrtenwissen und Praxiswissen in der Frühen Neuzeit

Thomas Kuehtreiber & Josef Loeffler
Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie ‚Materialwissen‘ am Beispiel von Holz generiert und vermittelt wird. Materialwissen, das heißt das Wissen über spezifische Eigenschaften von (Werk-) Stoffen, wird wie jegliches andere Wissen nicht kontextfrei erworben: Es entsteht im konkreten Umgang mit Objekten aus entsprechenden Materialien, in der Wechselwirkung zwischen dem menschlichen Akteur und dem jeweiligen Material. Dieser Wissenserwerb über Material ist letzt-endlich empirischer Natur und basiert auf der unmittelbaren I nteraktion zwischen Menschen und...

Der hoelzerne Bildtraeger in der Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts. Koeln und Nuernberg

Katja von Baum, Lisa Eckstein & Beate Fuecker
Am Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, wurde jüngst der Bestand an fränkischer Malerei des Spätmittelalters technologisch untersucht. Ziel war u.a. die Darstellung der materiellen Genese der Gemälde: Deren Vergleich mit Werken anderer Entstehungsgebiete soll die Entwicklungs- und Verbreitungsgeschichte technologischer Merkmale sowie deren kunst- und kulturhistorische Hintergründe beleuchten. Grundlage für eine erste Gegenüberstellung bilden die Untersuchungsergebnisse zur Bildproduktion in Köln. Die dort entstandenen Gemälde unterscheiden sich von den Nürnberger Werken technologisch in vielerlei Hinsicht, weshalb anzunehmen ist, dass...

Holz als Geschichtsstoff: Das Materielle in den Dingkulturen

Thomas Kuehtreiber & Heike Schlie
Die erste Ausgabe des Online-Journals MEMO ist der Forschungsperspektive Materialities des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (IMAREAL) gewidmet. An ihrem Ausgang steht das Desiderat, auf das eigentlich Materielle und Substanzielle der „Materiellen Kultur“ zu fokussieren und eine Eigensprachlichkeit des Materiellen ernst zu nehmen. Menschliche Akteure und Materialien stehen in vielfältigen Wechselwirkungsprozessen: Die Erforschung derselben ermöglicht ein tieferes Verständnis des Angebotscharakters von Stoffen und Substanzen in ihrer kulturell gefilterten Nutzungsbreite und der...

Erinnerung an Maximilian I. auf Schloss Hanfelden in der Steiermark

Claudia Theune & Iris Winkelbauer
Schloss Hanfelden/Steiermark hat durch die sogenannte Maximiliansstube mit der dort angebrachten Inschrift überregionale Bedeutung erlangt. Darin wird ein Besuch König Maximilians im Jahre 1506 beschrieben, bei dem er sich um lokale Angelegenheiten kümmerte. Gleichzeitig sagt die Inschrift aus, dass der Sitz von nun an Hanfelden genannt wird und dass Maximilian I. in dieser Stube residierte. Die Inschrift ist rund 100 Jahre nach dem beschriebenen Besuch angebracht worden, als Maximilian Rauchenberger Schlossbesitzer war. Es ist zu...

Von Truhen und Schätzen. Ein Gespräch mit Christina Antenhofer

Elisabeth Gruber & Gabriele Schichta
Elisabeth Gruber und Gabriele Schichta sprachen mit Christina Antenhofer über ihr Interesse an den Dingen, über mögliche Schnittstellen zwischen Geschichtswissenschaften und Materialität und darüber, welche Rolle die Schriftlichkeit dabei spielt. Sie hat im Rahmen ihrer Habilitationsschrift entlang der deutsch-italienischen fürstlichen Eheverbindungen des 14. und 15. Jahrhunderts die Beziehungen zwischen den Dingen und den Menschen in den Blick genommen - und dabei ein Auge auf die Brauttruhen geworfen. Elisabeth Gruber and Gabriele Schichta met with Christina...

„Du, geliebter Leser, erbarme dich zugleich unser“ – Der „Hillinus-Codex“ (Cod. 12) als mehrschichtiges Erinnerungsobjekt

Jochen Hermann Vennebusch
Der in der Kölner Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek aufbewahrte „Hillinus-Codex“ zählt zu den bedeutendsten Werken der ottonischen Buchmalerei. Die im frühen 11. Jahrhundert von einem Reichenauer Buchmaler und einem Seeoner Schreiber, seinem Bruder, vermutlich in Köln geschaffene Handschrift gibt durch einen Schreibereintrag und einen umfangreichen Widmungstext wichtige Hinweise über den Entstehungskontext des Manuskripts und die Hintergründe der Stiftung des Evangeliars. Die Dedikationsminiatur verbildlicht die Widmung des Codex durch den Auftraggeber, den Kölner Domherrn Hillinus, an...

Memories in Steel and Paper: A Spectacular Armor and its Representation In Early Modern Augsburg

Chassica Kirchhoff
Dieser Artikel untersucht eine Reihe von retrospektivischen Bildern, welche Maximilian I. als geharnischten Erzherzog von Österreich und Herzog von Burgund auf einem eindrucksvoll ausgerüsteten, von Kopf bis zu den Hufen gepanzerten Pferd reitend zeigen. Diese Kunstwerke, welche allesamt aus dem sechzehnten Jahrhundert stammen, nehmen an der frühneuzeitlichen Erinnerungskultur um die ritterliche Rolle Maximilians und an den posthumen Mythen um seine Person teil. Im Zentrum der Überlegungen steht eine Zeichnung, welche um 1540–1550 datiert und im...

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