817 Works

Kontextfaktoren des Wohlbefindens von Lehrpersonen in zwei italienischen Fallstudien

Piera Gabola & Antonio Iannaccone
Der vorliegende Artikel behandelt Faktoren, welche für das Erlangen von beruflichem Wohlbefinden von Lehrpersonen bedeutsam sind. Neben den Merkmalen, welche für das Auftreten von Burnout als ursächlich angesehen werden (wie individuelle, emotionale und Beziehungsfaktoren), wird auch auf Aspekte eingegangen, die mit den komplexen Arbeitsbedingungen, bzw. dem Umfeld, in dem dieser Beruf ausgeübt wird, zusammenzuhängen. Der Artikel berücksichtigt zwei empirische Beiträge, welche unabhängig voneinander in einem zeitlichen Abstand von zehn Jahren erschienen sind und beide das...

Haltung gegenüber Mathematik: haben Mädchen und Jungen die gleichen Einstellungen?

Philippe A. Genoud, Gabriel Kappeler & Matthias Guillod
Dieser Artikel befasst sich mit der Analyse der affektiven und sozialen Einstellungen von Mädchen und Jungen zu ihren Lernprozessen in Mathematik während ihrer Gymnasialschulzeit. Mithilfe eines Selbsteinschätzungsfragebogens wurden die Wahrnehmungen des Fachs (wahrgenommener Nutzen, Kompetenzerleben, Kontrollierbarkeit) und affektive Erfahrungen (positiv, negativ und Gefühl der Selbstregulation) erfasst, sowie das Vorhandensein des Stereotyps der Männlichkeit bezüglich der Disziplin erhoben. Es konnten sechs charakteristische Profile ermittelt werden. Diese Profile sind nicht nur bezüglich Geschlecht verschieden verteilt, sondern verweisen...

Transitions

Stefan Wolter

Die schweizerische Bildungsforschung der Nachkriegzeit im Spiegel ihrer Institutionen und ihrer Themen von der Geschichte zu aktuellen Fragestellung

Armin Gretler
In der institutionellen Entwicklung der schweizerischen Bildungsforschung der Nachkriegszeit werden fünf markante Phänomene identifiziert: 1) die mit dem erwachenden Interesse der Bildungspolitik an Forschung und Entwicklung zusammenhängende institutionelle Expansion im Jahrzehnt 1965 – 1975 (im vorliegenden Artikel werden für diesen Zeitabschnitt nicht die universitären, sondern die damals entstehenden verwaltungsinternen Institutionen untersucht); 2) die Gründung teilweise marktwirtschaftlich orientierter universitärer Forschungsdienstleistungsstellen in den neunziger Jahren; 3) der starke Zuwachs an privaten Klein- und Kleinstunternehmen der Bildungsforschung und...

Bildungsfinanzierung und Bildungsrenditen

Bernhard A. Weber
Der folgende Aufsatz befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der privaten bzw. öffentlichen Finanzierung von Bildung und Bildungsrenditen. Dazu wird in einem ersten Teil ein kurzer Einblick in die Grundlagen der Humankapitaltheorie vermittelt, wobei die Konzepte von privaten, fiskalischen und öffentlichen Bildungsrenditen erläutert werden. In einem zweiten Teil wird der theoretische Zusammenhang zwischen Bildungsfinanzierung und Bildungsrenditen dargestellt. Dabei werden sowohl komparativ-statische als auch dynamische Überlegungen gemacht. In Teil drei werden Schätzungen privater, fiskalischer und sozialer...

Der Effekt von Emotionen auf die Rechtschreibung von Primarschülerinnen und Primarschülern

Pierre Largy, Aurélie Simoës-Perlant & Lucille Soulier
Das Ziel dieser Forschung ist es, die Auswirkungen der emotionalen Wertigkeit eines Bildes auf die orthographischen Leistungen von Primarschülerinnen und Primarschülern der zweiten, dritten, vierten und fünften Klasse zu untersuchen. Im Rahmen des Modells der kognitiven Ressourcenallokation (Ellis & Moore, 1999) wird davon ausgegangen, dass die Emotionen einen Teil der Aufmerksamkeitsressourcen auf Kosten der aktuellen Aufgabe monopolisieren. Durch die Schaffung einer zusätzlichen kognitiven Belastung sollten die Emotionen einen negativen Effekt auf die Aufmerksamkeitsressourcen haben, die...

Fehlerkultur – Indiz für eine konstruktivistische Auffassung des Lernens

Maria Spychiger

Professionelle Schülerbeurteilung: Spannungsherd und neue Synergien in der schulischen Beurteilung

Dany Laveault
Das professionelle Urteil in der Schule spielt eine Rolle in der Entscheidungsfindung und erweist sich als besonders nützlich, wenn die Maßnahmen der externen Kontrolle zur Verringerung des Fehlerrisikos nicht angemessen waren oder nicht ausreichen. Es ist angesagt, die Qualität der Beurteilung in den drei grossen Kategorien professioneller Handlungen zu unterstützen: die logischen, psychologischen und moralischen Handlungen. Besonders in der zertifizierenden Beurteilung, ist die Schülerbeurteilung Gegenstand zahlreicher Spannungen zwischen der externen Kontrolle, den Abnehmenden, mit diesem...

Labudde, Peter (2000). Konstruktivismus im Physikunterricht der Sekundarstufe II.

Franz Baeriswyl
Rezension

«Hope», Selbstbestimmung und berufliches Lernen : eine Mehrebenenanalyse in der Berufsbildung

Christian Wandeler, Franz Baeriswyl & Richard Shavelson
Die vorliegende Studie untersuchte die Hoffnung von jungen Erwachsenen im Kontext einer vier jährigen beruflichen Ausbildung. Basierend auf der Verbindung von Theorien zu Hoffnung und Selbstbestimmung wurde eine Theorie über hoffnungsfördernde berufliche Umweltbedingungen entwickelt. Dabei wird ein Zusammenhang zwischen allgemeiner Hoffnung und der Befriedigung der drei psychischen Grundbedürfnisse (Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit) im beruflichen Lernumfeld postuliert. Die Querschnittsfragebogendaten umfassen / erfassen die Perspektive von 450 Lehrlingen und 58 Ausbildenden. Die Ergebnisse der Mehrebenenanalysen unterstützen die...

Die Wirkungsweise von Geschlechterrollenstereotypen auf die Gewaltentwicklung männlicher Schüler

Wasilis Kassis
In diesem Beitrag geht es um die Überprüfung der These, dass Geschlechterrollenste-reotype als einer von mehreren relevanten Prädiktoren für die Gewaltentwicklung bei männlichen Jugendlichen gelten können. Damit geht es auch um die Frage, ob es sinnvoll oder gar notwendig ist, in empirischen Untersuchungen zum Thema «Gewalt in der Schule» Geschlechterrollenstereotype als einen wichtigen Indikator der Gewaltentwicklung aufzunehmen. Hierzu möchten wir Analyseergebnisse vorbringen – eine Gegenüberstellung der Prädiktionsstärke des Klassenklimas und derjenigen der Geschlechterrollenstereotypen – aus...

Bildungslaufbahnen durch die luxemburgische Sekundarstufe. Wie wirkt sich Durchlässigkeit zwischen Schulformen auf Bildungsungleichheiten aus?

Susanne Backes & Andreas Hadjar
In empirischen Studien zeigt sich ein Zusammenhang zwischen dem Stratifizierungsgrad von Bildungssystemen und Bildungsungleichheiten. Zur Reduktion von Ungleichheiten wird – insbesondere dort, wo ein Gesamtschulsystem nicht zu den Alternativen zählt – die Möglichkeit der Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen Schulformen diskutiert. Dieser Beitrag untersucht, ob sich das stratifizierte Bildungssystem von Luxemburg als durchlässig erweist und was eine solche Durchlässigkeit für bestimmte Risikogruppen bedeutet (Sozialschwache, Jungen, Migrantinnen und Migranten). Auf Basis eines administrativen Paneldatensatzes (n=5301) werden mithilfe...

International vergleichende Leistungsstudien und Bildungspolitik: Wendepunkt anfangs des 21. Jahrhunderts

António Nóvoa, Luís Miguel Carvalho & Cristina Yanes
Unser Text versteht sich als Essay, der in freier Form eher versucht, eine Diskussion über Ideen zu eröffnen, als Thesen empirisch zu belegen. Das dabei vorgebrachte Hauptargument betrifft das Auftreten einer Reihe bedeutender Veränderungen, wie etwa die «internationalen und vergleichenden Leistungsstudien», die Einzug in die nationale Bildungspolitik verschiedener Staaten gehalten haben. Dies geschah ab 2000, einem Zeitpunkt, den wir für symbolisch halten. Es soll, mit anderen Worten, dargestellt werden, wie solche Studien zu einer «Übersetzungspolitik»...

Maulini, Olivier & Montandon, Cléopâtre (Ed.) (2005). Les formes de l’éducation: variété et variations (Raisons éducatives).

Roxane Gagnon
Recension

Die Berufsbildung der Frauen in Frankreich

Nicole Mosconi
Die Frauen haben heute in Frankreich die besseren Chancen als die Männer, das Schulsystem mit einem allgemeinbildenden Abschluss zu verlassen. Aber die Segmentierung des Arbeitsmarktes in gesellschaftlich hoch bewertete männliche und gesellschaftlich gering bewertete weibliche Beschäftigungen spiegelt sich im Bildungssystem in einer starken Segregation von Knaben und Mädchen zwischen unterschiedlichen Ausbildungsgängen und -kursen (literarische und auf den Tertiärsektor ausgerichtete für Mädchen, wissenschaftlich und technisch orientierte für Knaben). Die vermehrte Beschulung von Mädchen führte zu einer...

Die epistemische Funktion des Schriftlichen im Geschichts- und Naturwissenschaftsunterricht. Eine Untersuchung an Klassen der Sekundarstufe I in Québec

Suzanne G. Chartrand, Christiane Blaser & Mathieu Gagnon
Die Reformen der schulischen Curricula berücksichtigen die zentrale Funktion von Sprache im Aufbau und der Ausformung des Wissens bei Schülerinnen und Schülern. Welche Rolle übernimmt dabei das Schriftliche ¬ schriftliche Unterlagen wie auch zu erstellende Texte ¬ etwa im Geschichtsunterricht und im naturwissenschaftlichen Unterricht an Klassen der Sekundarstufe I? In einer Erhebung, die die Praxen des Schreibens und der Lektüre speziell in den genannten zwei Disziplinen fokussiert, wird dieser Frage nachgegangen. Der Beitrag stellt in...

Forschung an den Pädagogischen Hochschulen: Eine erste Lageanalyse

Jacques Weiss
Die Pädagogischen Hochschulen (PH) haben als mit der Lehrerbildung betraute Hochschulinstitutionen die Aufgabe, die Forschung in die Grundausbildung und die Fortbildung der Lehrkräfte für den Kindergarten sowie die Primar- und Sekundarschule zu integrieren. Um welche Art von Forschung handelt es sich dabei? Welches sind die Forschungsgegenstände? Wer wird die Forschung durchführen, und wie?Der vorliegende Beitrag beschreitet zuerst einen Umweg über die Universitäten und die dort betriebene Forschung, um von da her zu bestimmen zu versuchen,...

Michael Reicherts und Philippe Genoud (Hrsg.) (2015). Einzelfallanalysen in der psychosozialen Forschung und Praxis.

Fritz Oser
Rezension

Übersetzung von Forschungsergebnissen in bildungspolitische Programme und die Praxis: Tugend und Laster einer Metapher

Martyn Hammersley
Eine Reihe von Metaphern wurden mit dem Anliegen genutzt, die Verbindung zwischen sozial- und erziehungswissenschaftlicher Forschung auf der einen Seite sowie bildungspolitischen Programmen und daraus resultierende Praxis auf der anderen Seite zu konzeptualisieren. Eine viel gebrauchte Metapher in diesem Zusammenhang ist die der Übersetzbarkeit. Sie umfasst die Idee, dass Forschungsergebnisse in bildungspolitische Programme und damit die Praxis übersetzbar sind und sein sollen. Der vorliegende Artikel legt eine konzeptionelle Analyse der verschiedenen Bedeutungen von «Übersetzung» auf...

Was macht den «Migrationshintergrund» bei Vorschulkindern aus? Ein Vergleich alternativer Klassifikationskriterien und ihr Zusammenhang mit deutschen Sprachkompetenzen

Minja Dubowy, Dagmar Duzy, Marie Verena Pröscholdt, Wolfgang Schneider, Elmar Souvignier & Andreas Gold
Das Merkmal «Migrationshintergrund» wird in der Literatur uneinheitlich defi- niert. In diesem Beitrag werden verschiedene Klassifizierungskriterien und Informa- tionsquellen vergleichend gegenüber gestellt. Es wird deutlich, dass bei Bestimmung des Migrationsstatus anhand von Muttersprache und Geburtsland der Eltern mehr Kinder als über einen Migrationshintergrund verfügend identifiziert werden als bei Klassifizierung anhand der in der Familie gesprochenen Sprachen. Zudem zeigt sich eine Unterschätzung des Migrationsanteils durch Erzieherinnen im Vergleich zu Elternangaben. Analysen zum Zusammenhang der genannten Indikatoren...

Einfluss des Leistungsniveaus einer Schulklasse auf die Benotung am Ende des 3. Schuljahres

Anke Anke Treutlein, Jeanette Roos & Hermann Schöler
Schulklassen unterscheiden sich in ihrem Leistungsniveau. Für Schüler/-innen hat der unterschiedliche Kontext Auswirkungen: Nicht nur das Selbstkonzept wird von der Referenzgruppe beeinflusst (Big-Fish-Little-Pond-Effekt), auch Lehrkräfte können bei der Notengebung solchen Referenzgruppeneffekten unterliegen. An 1’256 Kindern wurde der Einfluss der Referenzgruppe auf die Benotung am Ende der 3. Klasse überprüft. Unter Berücksichtigung des Klassenleistungsniveaus wurde die Leistung der Kinder in Lese- und Rechtschreibtests zur Benotung durch die Lehrkraft in Beziehung gesetzt. Die Ergebnisse zeigen nicht den...

Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung im Vergleich mit Globalem Lernen und Umweltbildung

Christine Künzli David, Franziska Bertschy & Antonietta Di Giulio
Derzeit finden sich zahlreiche Initiativen, um Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) im Bildungssystem zu verankern. Eine zentrale Frage in diesem Zusammenhang stellt sich nach dem Verhältnis zwischen BNE, globalem Lernen und Umweltbildung. Zum einen wird befürchtet, mit BNE komme zum grossen Katalog bisheriger „Bindestrich-Erziehungen“ eine weitere hinzu, zum anderen ist zu beobachten, dass fächerübergreifende Bildungsanliegen und insbesondere globales Lernen und Umweltbildung auffallend oft auf BNE bezogen werden – BNE scheint also offenbar an bereits...

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