800 Works

Die Zusammenarbeit von Lehrpersonen verstehen: die Wirkung des Kontexts der Aktivitäten auf die Auffassungen der Akteure

Michel Grangeat, Janine Rogalski, Laurent Lima & Peter Gray
Die Studie befasst sich mit den Konzepten, auf denen die Zusammenarbeit der Lehrkräfte beruht. Der Rahmen der Analyse umfasst die Elemente des Kontexts (Situation und Akteure) und den professionellen Wirkungsraum, der ihre Aktivitäten im Rahmen der Zusammenarbeit reguliert. Der Umfang und die Organisation des professionellen Raums charakterisieren die Kompetenz des gemeinsamen Handelns. Die Studie basiert auf 96 Interviews mit Lehrkräften. Die Kontextvariablen sind: der Schultyp (Primar- oder Sekundarstufe), die soziale und ökonomische Lage der Schule,...

Schulversagen als ungenügende Kompetenzen im Lesen und Rechnen

Philipp Notter
Der Beitrag betrachtet Schulversagen als ungenügende Kompetenzen im Lesen und Rechnen nach langjährigem Schulbesuch. Er analysiert dazu die Ergebnisse des «International Adult Literacy Survey», der die Lese- und Rechenkompetenzen in der erwachsenen Bevölkerung untersuchte. Zwei Fragen stellen sich: 1. Wie verbreitet sind ungenügende Lese- und Rechenkompetenzen in der Schweiz, und 2. Muss man die Personengruppe, die höchstens eine Ausbildung auf Sekundarstufe I abgeschlossen hat, als Risiko-Gruppe betrachten? Von der einheimischen Bevölkerung weisen ca. 14 Prozent...

Die «Grammar of Schooling» als populistische Ressource. Zum Scheitern von zwei Bildungsreformen in Deutschland und der Schweiz

Carsten Quesel
Gegenstand dieses Artikels ist eine vergleichende Fallstudie zu zwei bildungspolitischen Reformprojekten in Deutschland und in der Schweiz, die sich jeweils auf eine breite parlamentarische Mehrheit stützen konnten, aber durch Mechanismen der direkten Demokratie zu Fall gebracht wurden. Die beiden Reformprogramme stimmen in dem Ziel überein, die Chancen von Kindern aus benachteiligten Milieus zu verbessern, ohne dabei das Leistungsprinzip aufzugeben. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Neugestaltung der Primarschule. Der Autor vertritt die These, dass die...

Mimetischen Erfahrung in der Erwachsenenbildung: Ein Beispiel aus der Simulation

Zoya Horcik & Marc Durand
Gegenstand dieses Artikels bildet die Diskussion der Relevanz mimetischer Konzepte für die Erwachsenenbildung, basierend auf einer Untersuchung, die während einem simulationsbasierten Lehrgang für Anästhesie-Pflegefachfrauen durchgeführt wurde. Aus der Analyse der Daten ergeben sich Hinweise dafür, dass eine spezifische Erfahrung in der Simulation niemals vollständig auf die gezielte Arbeitübertragen werden kann. Diese Erfahrung wird als «mimetische Erfahrung» definiert. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, inwieweit sich die tatsächliche Arbeit in Fortbildungsmassnahmen simulieren lässt. Es wird angenommen,...

Monnier, Anne (2018). Le temps des dissertations. Chronique de l’accès des jeunes filles aux études supérieures (Genève, 19e-20e)

Isabelle Collet

Explanative Diskurspraktiken in schulischen und ausserschulischen Interaktionen: Ein Kontextvergleich

Miriam Morek
Der Beitrag präsentiert ausgewählte Ergebnisse einer soziolinguistischen, gesprächs- analytisch verfahrenden Studie zu Interaktionsmustern mündlichen Erklärens in familialen Alltagsroutinen und schulischen Unterrichtsgesprächen. Nach einer Skizzierung allgemeiner Grundstrukturen des mündlichen Erklärens werden drei qualitativ unterschiedliche familiale Interaktionsmuster im Umgang mit kindseitigem Erklären vorgestellt, die jeweils als Ausdruck unterschiedlicher (diskurs)sozialisatorischer Praktiken verstanden werden können. Im zweiten Teil des Beitrags werden Spezifika unterrichtlich situierten kindseitigen Erklärens herausgearbeitet.

Schärer, Hans-Rudolf & Zutavern, M. (Hrsg.) (2018). Das professionelle Ethos von Lehrerinnen und Lehrern. Perspektiven und Anwendungen

Martin Drahmann
Rezension

Spanien, ein Laboratorium der Reformpädagogik?

Mari Carmen Rodríguez
Obwohl es kein «Mekka» für Bildung ist, trägt Spanien, wie das übrige Europa, in der Zwischenkriegszeit zur Zirkulation und Ausbreitung innovativer Ideen und Praktiken bei, unter anderen auch die der Reformpädagogik. Anhand zweier Beispiele untersucht der vorliegende Beitrag zwei Ebenen dieser Ausbreitung. Die erste bezieht sich auf große urbane Zentren als Produzenten kultureller Eliten, die Adolphe Ferrière 1930 besuchte. Die zweite bezieht sich auf ländliche Gegenden, die zur Subalternität verurteilt sind, wo die Methoden von...

Zaid, Abdelkarim & Lebeaume, Joël (Éd.). (2015). La formation d’ingénieurs en alternance, rythmes et temporalités vécues.

Danièle Périsset
Recension

Schreiben: Kognition und Körperlichkeit in einem

Thomas Lindauer & Afra Sturm
In der deutschsprachigen Schreibforschung und -didaktik spielt der Ansatz der konzeptionellen Schriftlichkeit eine zentrale Rolle. So relevant dieser Ansatz auch ist, so wird mit ihm doch die materielle Bedingtheit des Schreibens ausgeblendet. In der neueren und vor allem auch empirischen Schreibforschung zeigt sich, dass der Erwerb der basalen Schreibfertigkeiten, der insbesondere die «Körperlichkeit» der Textproduktion einschliesst, eine wichtige Voraussetzung darstellt, um erweiterte Schreibkompetenzen in einem ausreichenden Mass zu erwerben. In diesem Beitrag wird einerseits aufgezeigt,...

Übersetzung von Forschungsergebnissen in bildungspolitische Programme und die Praxis: Tugend und Laster einer Metapher

Martyn Hammersley
Eine Reihe von Metaphern wurden mit dem Anliegen genutzt, die Verbindung zwischen sozial- und erziehungswissenschaftlicher Forschung auf der einen Seite sowie bildungspolitischen Programmen und daraus resultierende Praxis auf der anderen Seite zu konzeptualisieren. Eine viel gebrauchte Metapher in diesem Zusammenhang ist die der Übersetzbarkeit. Sie umfasst die Idee, dass Forschungsergebnisse in bildungspolitische Programme und damit die Praxis übersetzbar sind und sein sollen. Der vorliegende Artikel legt eine konzeptionelle Analyse der verschiedenen Bedeutungen von «Übersetzung» auf...

Vincent, Valérie & Carnus, Marie-France (Éd.). (2015). Le rapport au(x) savoir(s) au cœur de l’enseignement. Postface de Philippe Perrenoud.

Danièle Périsset
Recension

Zum Verständnis der angewandten Techniken beim Leseunterricht anhand einer Analysierung eines ausgewählten Schriftstückes. Identifizieren von Wörtern au cours préparatoire (Vorschule)

François Simon
In diesem Artikel interessiert sich der Autor hauptsächlich für die Leselernmethode in dem cours préparatoire (1. Klasse. In der Theorie beziehen sich die neusten Nachforschungen auf die Lehrmethode des Erstlesens – hauptsächlich auf die Nachforschungen aus der kognitiven Psychologie – sowie auf Paradigma von interaktiven Prozessen. Während einer Sequenz von Textentschlüsselung im Klassenunterricht wird die Aktion des Lehrers und die Mitarbeit der Schüler analysiert. Diese Analyse führt zu einer Formalisierung der Verfahren, die von den...

Debattieren unterrichten: von der Ausbildung ins Klassenzimmer

Roxane Gagnon
Der vorliegende Beitrag widmet sich einem spezifischen sprachlichen Genre, der öffentlichen Debatte. Im Übergang vom Studium zum Berufsalltag werden dabei die Wirkungen einer Weiterbildungssequenz auf den Unterricht im Klassenzimmer erforscht. Mithilfe von Analyseinstrumenten, welche normalerweise für die Beobachtung von Interaktionen in einer Klasse gebraucht werden, untersucht die Autorin die vermittelten Inhalte, die Aktivitäten und die verwendeten didaktischen Mittel im Unterricht, anhand eines Vergleichs zwischen einer Lernsequenz in einer Weiterbildung und deren Einsatz im praktischen Unterricht.

Vandewalle, B. (2008). Kierkegaard. Éducation et subjectivité.

Dominic Desroches
Recension

Schereneffekte auf der Sekundarstufe I? Zum Einfluss des Schultyps auf den Leistungszuwachs in Deutsch und Mathematik

Domenico Angelone
Die vorliegende Längsschnittstudie (N = 950) untersucht mithilfe von Propensity Score Matching, ob vergleichbare Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Sekundarstufe I in Abhängigkeit des besuchten Schultyps unterschiedliche Leistungszuwächse in Deutsch und Mathematik erzielen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Leistungsdisparitäten im Verlauf der Sekundarstufe I als Folge schultypspezifischer Leistungszuwächse vergrössern. Neben den bekannten Herkunftseffekten auf die Leistungsentwicklung im frühen Schulverlauf kommen demnach auf der Sekundarstufe I zusätzliche Effekte der Schulstruktur hinzu.

Konzeptionelle Kontinuität und biographischer Bruch

Hans-Ulrich Grunder
Im 19. Jahrhundert glich die Stelle des Direktors einer Lehrerbildungsstätte in der Schweiz einem Schleudersitz: Je nach politischer Konstellation der Regierung wurde sie besetzt oder ihr Inhaber wurde seines Amts enthoben. Im Kanton Bern ist dieser Vorgang durchgespielt worden, was illustriert, dass sich der Posten eines Seminardirektors an der Schnittstelle zwischen politischer und pädagogischer Macht befand. Hatte der Direktor des Seminars, für die pädagogische Richtung der Institution weitgehend allein verantwortlich, in der Regel einen Lehrauftrag...

Moro, Christiane & Rodríguez, Cinthia. (2005). L’objet et la construction de son usage chez le bébé. Une approche sémiotique du développement préverbal.

Jean-Jacques Ducret
Recension

Herkunftseffekte und Gerechtigkeitserleben beim Übergang von der Primarschule in die Sekundarstufe I

Caroline Biewer, Christian Wandeler & Franz Baeriswyl
Im deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg/CH kommt ein multikriteriales Übertrittsverfahren beim Übergang von der Primarschule in die Sekundarstufe I zum Einsatz. Nebst Schulnoten, den Einschätzungen der kognitiven Fähigkeiten durch die Lehrpersonen sowie der Zuweisungsempfehlung der Lehrpersonen und der Eltern wird zusätzlich eine Vergleichsprüfung in Deutsch und Mathematik durchgeführt. In zwei Vollerhebungen wurden die Lernenden, deren Eltern sowie die Lehrpersonen der Übertrittsjahrgänge 2009 und 2010 ausführlich befragt. Die Daten erlaubten eine empirische Trennung der primären von...

Kontrastanalyse der Lern- und Schreibkompetenzen von Schüler/innen in der Auseinandersetzung mit der Textgattung «Antwort auf einen Leserbrief»

Joaquim Dolz, Jean-Paul Mabillard, Catherine Tobola Couchepin & Yann Vuillet
Im Rahmen dieses Artikels bemühen sich die Autoren um die Herausarbeitung eines methodischen Ansatzes zur Analyse der Probleme von Primarschülerinnen und -schülern mit Schreibschwierigkeiten sowie der didaktischen Interventionen von Lehrpersonen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten. Der Schwerpunkt der theoretischen Auseinandersetzung liegt auf der Behandlung von Schreibschwierigkeiten im Rahmen einer textgattungsspezifischen Didaktik. Für den vorliegenden Beitrag werden Beobachtungen und Vergleiche der Lehrperson zwischen schriftlichen Arbeiten von drei so genannten «schwachen» und drei so genannten «starken» Schülern einer...

Chancenungleichheiten beim Übergang in eine wissenschaftliche Laufbahn

Regula Julia Leemann
Die Studie untersucht die Bedeutung von Geschlecht und sozialer Herkunft für den Übergang von Hochschulabsolvierenden in die erste Etappe einer wissenschaftlichen Karriere, die Promotion. Im Weiteren wird der Frage nachgegangen, ob Frauen und Nachkommen bildungsferner Schichten in einzelnen Fachbereichen bessere Karrierechancen haben als in anderen. Für die empirische Analyse wird ein Paneldatensatz verwendet, der zu Beginn der 1990er-Jahre erhoben wurde. Er erlaubt Analysen zu den Bildungs- und Berufswegen von Hochschulabsolvierenden aller Disziplinen in der Schweiz....

Geschlechtsuntypische Laufbahnpläne – Wie interessant ist der Lehrerberuf für Gymnasiasten?

Simone Berweger, Christa Kappeler, Andrea Keck Frei & Christine Bieri Buschor
Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwiefern sich 16-jährige Gymnasiasten für den Lehrerberuf interessieren und welche Faktoren die Absicht beeinflussen, später ein Lehramtsstudium aufzunehmen. Die schriftliche Befragung an Zürcher Gymnasien zeigt, dass junge Männer (n=388) bereits zu Beginn der Berufsorientierung ein geringes Interesse am Lehrerberuf aufweisen. Befunde einer sequenziellen, binär logistischen Regressionsanalyse ergaben, dass die Absicht, den Lehrerberuf zu ergreifen, vom Interesse und dem Wunsch nach Vereinbarkeit von Beruf und einer zeitintensiven Zusatzbeschäftigung abhängig...

L’éducation à la citoyenneté en question(s)

Michel Nicolet

Lehrprofession: Ausbildung, Praxis und Entwicklung

Thérèse Thevenaz & Danièle Périsset

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