652 Works

Die \"große Transformation\" als Krise des Arbeits- und Geschlechterregimes

Hildegard Maria Nickel
Die derzeitige "Vielfachkrise" (Demirovic) ist nicht allein ökonomisch zu erklären. Der Beitrag folgt einer Kriseninterpretation, die die Ereignisse der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 als ein spezifisches Stadium in einem schon seit Anfang der 1970er Jahre andauernden Transformationsprozesses von der Industrie- zur Dienstleistungsökonomie einordnet. War Erwerbsarbeit in der Phase des fordistischen Industrialismus wesentlich durch das männliche Normalarbeitsverhältnis gekennzeichnet, so gilt für das Geschlechterverhältnis dieser Phase das Rollenmodell des männlichen Familienernährers und der weiblichen Hausfrau und...

\"Krise, welche Krise?\" Umfrage- und Fallstudienergebnisse zur betrieblichen Wirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise

Stefan Kirchner, Ute Ludwig & Jürgen Beyer
In den Jahren 2008 bzw. 2009 hat eine Wirtschaftskrise einen plötzlichen Abriss des Wirtschaftswachstums bewirkt. Es stellt sich die Frage, welche Effekte die Krise auf betrieblicher Ebene entfaltet hat und welche langfristigen Folgen sich daraus ergeben. Zur Beantwortung nutzen wir (1) Ergebnisse einer Betriebsbefragung (N=988 Betriebe), die in der zweiten Jahreshälfte 2010 erhoben wurde, sowie (2) vier Fallstudien von Maschinenbaubetrieben. Unsere quantitativen Analysen zeigen, dass nur in bestimmten Branchen ein starker Einbruch der wirtschaftlichen Lage...

Markt, Herrschaft, Solidarität und Subjektivität: ein Vorschlag für ein integratives Mechanismen- und Mehrebenenkonzept

Norbert Huchler, Günter G. Voß & Margit Weihrich
In diesem Artikel wird ein gemeinsamer theoretischer Bezugsrahmen vorgeschlagen, mithilfe dessen sich die vielfältigen theoretischen Optionen und inhaltlichen Konzepte der Arbeits- und Industriesoziologie miteinander verbinden und neu interpretieren lassen. Den Bezugsrahmen bildet eine dynamische Heuristik sozialer Ordnungsbildung, in der soziale Mechanismen die entscheidende Rolle spielen: Markt, Herrschaft, Solidarität und Subjektivität. Es wird gezeigt, dass diese Mechanismen soziale Prozesse auf verschiedenen sozialen Ebenen bestimmen: auf den Ebenen der Gesellschaft, der Organisation, der Interaktion und des Subjekts....

Die Rolle von Solidarität in der Bewältigung von Schichtarbeit - zur Bedeutung der Schichtmannschaft

Daniela Tieves
In der Literatur werden in der Beobachtung von Schichtarbeit und ihren Auswirkungen soziale Desynchronisationserfahrungen der betroffenen Beschäftigten geschildert. Daran anknüpfend wird Solidarität in einer Schichtmannschaft als Ressource zur Bewältigung der an den/die Beschäftigte/n gestellten Aufgaben durch die atypische Arbeitszeitorganisation diskutiert. Dazu wird zunächst das Phänomen der Schichtarbeit skizziert und davon ausgehend das zugrunde liegende Projekt mit seinen Forschungsfragen nach den sozialen und biographischen Auswirkungen der Schichtarbeit vorgestellt. Die Diskussion des Konzeptes der Solidarität zur Bewältigung...

Die Europäische Aktiengesellschaft (SE) - neue Impulse für die grenzüberschreitende Kooperation von Arbeitnehmern in Europa?

Sophie Rosenbohm
Die Europäische Aktiengesellschaft (lat. Societas Europaea, SE) ist die erste supranationale Unternehmensform im Europäischen Wirtschaftsraum. Im Zuge einer SE-Gründung verhandeln Management- und Arbeitnehmervertreter auch über die Einrichtung eines europäischen Vertretungsorgans oder Verfahrens zur Unterrichtung und Anhörung in grenzüberschreitenden Angelegenheiten. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag der Frage nach, inwiefern die SE-Gründungen zu neuen Formen der grenzüberschreitenden Kooperation von Arbeitnehmern in multinationalen Unternehmen beitragen. Es zeigt sich, dass die SE-Gründungen zu einer neuen Dynamik in der...

Ungleiche Parallelwelten - zur Organisation von Arbeit in der Paketzustellung

Hajo Holst & Ingo Singe
Der Beitrag untersucht die Arbeit der Paketzusteller. Ein feldanalytischer Zugriff auf die Regulierung der Arbeit offenbart, dass von der einen Paketzustellung keine Rede sein kann. Vielmehr ist das Feld in drei Welten untergliedert, in denen die Institutionen der Arbeitsregulierung unterschiedliche Rollen spielen: die Welt der global operierenden Logistikkonzerne, die Welt der kleinbetrieblichen Subunternehmen und die Welt der selbstfahrenden Kleinstunternehmer. Die Segmentierung des Feldes ist eine direkte Folge des umfangreichen und primär kostengetriebenen Outsourcings der großen...

Communitybasierte Produktion mit Unternehmen: ein neuer Produktionsmodus im Web?

Heidemarie Hanekop
Nutzer und Kunden beteiligen sich im Rahmen von Interessencommunities im Web an der Herstellung der von ihnen genutzten Produkte und Services. Der Modus der Produktion mit solchen volatilen, unabhängigen, nicht in den Kontext einer Organisation eingebundenen Akteuren basiert auf selbstgewählten, kleinteiligen und modularen Beiträgen im Rahmen von inkrementellen, nicht ex ante planbaren Prozessen. In dem Beitrag werden zwei Fälle vorgestellt - ein Userforum und eine Open Source Community - in denen Unternehmen solche communitybasierten Produktionsprozesse...

Auf der Suche nach der fragmentierten Arbeit: über produktive Irritationen im Sekundäranalyselabor

Harald Wolf
Arbeitsteilung ist ein zentrales Thema der Arbeitssoziologie, und damit verbunden das der Kooperation. Beide Themen gewinnen durch die Fragmentierung von Arbeit eine neue Aktualität und damit werden grundsätzliche theoretische und methodische Fragen aufgeworfen. Dieser Schluss ergibt sich aus den Erfahrungen mit der vor allem sekundäranalytisch angelegten Untersuchung "Fragmentierte Arbeit in der Automobilindustrie", die nach Entwicklungslinien fragmentierter Arbeit fragt. Primärmaterialien aus mehreren SOFI-Studien erlauben nicht nur die Rekonstruktion eines "nicht-fragmentierten" fordistischen "Nullpunkts" des Produktionssystems, sondern sie...

Hochqualifizierte in einer globalisierten Arbeitswelt: von der Erosion der \"Beitragsorientierung\" zu neuen Arbeitnehmeridentitäten

Andreas Boes & Tobias Kämpf
Die Diskussion zu "Off/Nearshoring" signalisiert, dass neben der Internationalisierung der industriellen Produktion mittlerweile auch die Arbeit von Angestellten und Hochqualifizierten zu einem Gegenstand internationaler Arbeitsteilung werden kann. Auch diese Beschäftigtengruppen müssen sich in der Folge mit den "Schattenseiten" der Globalisierung auseinandersetzen. In betroffenen Bereichen wie der IT-Industrie verändern sich damit zentrale Koordinaten der Arbeit von Hochqualifizierten: neue Formen der Standortkonkurrenz, die Standardisierung vieler Arbeitsprozesse und neue Formen der Kontrolle, die auf einer gesteigerten Austauschbarkeit der...

Solidaritäts- und Mobilisierungspotenziale bei prekarisierten Beschäftigten im Großhandel

Thomas Goes
Prekarisierung hemmt die Solidaritäts- und Mobilisierungsfähigkeit für kollektives Interessenhandeln, so eine verbreitete Diagnose. Aber sie trifft auch auf eigensinnige Ungerechtigkeitswahrnehmungen zu, die zu Ausgangspunkten solidarischer Interessenpolitik gemacht werden können. Es werden drei Deutungsmuster rekonstruiert, die die Verarbeitung von Prekarisierungsprozessen leiten und sich hinsichtlich der in ihnen entfalteten Solidaritäts- und Mobilisierungspotenziale unterscheiden.

Bürokratie, Subjekt, Ko-Evolution: eine (Neu-)Vermessung ihres Verhältnisses

Mario Becksteiner
Der Beitrag versucht sich an einer Neuvermessung des Zusammenhangs von deviantem Verhalten von Lohnabhängigen und der Entwicklung betrieblicher Bürokratie. Um diesen Zusammenhang analytisch greifbar zu machen wird eine Heuristik der Ko-Evolution angelegt und mit Hilfe der Theorie von Cornelius Castoriadis ein theoretischer Rahmen gespannt. Dieser Rahmen ermöglicht es, unterschiedliche Ebenen der Legitimation devianten Verhaltens von Lohnabhängigen aufzuspüren und gleichzeitig die Ebenen betrieblicher Realität zu benennen, die damit kritisiert werden. Der Beitrag untersucht dies anhand von...

Feminisierung von Arbeitskonflikten: Überlegungen zur gendersensiblen Analyse von Streiks

Ingrid Artus & Jessica Pflüger
Streiks sind ein vergleichsweise intensiv erforschtes soziales Phänomen. Allerdings ist die bisherige Streikforschung bis auf wenige Ausnahmen geschlechtsblind. Diese Forschungslücke überrascht, ist doch angesichts der Verlagerung sowohl von Beschäftigten als auch von Arbeitskonflikten in den (stark durch 'Frauenarbeit' geprägten) Dienstleistungsbereich von einer Feminisierung des Streikgeschehens in der Bundesrepublik auszugehen. Welche quantitative und qualitative Bedeutung hat dieser Trend? Führt er zu Veränderungen in kollektiven Organisierungs-, Mobilisierungs- und Konfliktlogiken sowie interessenpolitischen Forderungen? Das sind offene Fragen, die...

Zwischen verzauberter und entzauberter Arbeit - Selbständige in der Designbranche

Alexandra Manske
Der vorliegende Text befasst sich mit marktgetriebenen, selbständigen Arbeitsverhältnissen der Kulturberufe am Beispiel der Designbranche. Im Zentrum steht die Frage nach Erwerbsstrategien von selbständigen Designer_innen. Die These lautet, dass deren Erwerbsstrategien auf einem ambivalenten Arbeitsethos beruhen, in dem sich auch die umfassenden, gesellschaftlichen Wandlungsprozesse seit den 1960er Jahren im Sinne eines relativen Umbaus von Mentalitäten und Milieus widerspiegeln. Um diese Ambivalenzen zu charakterisieren, werden sie in einem idealtypischen Spannungsfeld diskutiert: als "künstlerisch verzauberte Arbeit" versus...

Das Ende des \"Raubbaus\"? Der demografische Wandel als Gelegenheitsfenster für nachhaltige Arbeit in Ostdeutschland

Sarah Hinz & Anne Göttert
Der ostdeutsche Arbeitsmarkt war nach der Wiedervereinigung lange geprägt von einem Überhang qualifizierter Erwerbspersonen und hoher Arbeitslosigkeit. Die Folgen der Transformation legten die Basis für einen fortgesetzten "Raubbau" an der Ressource Arbeitskraft. Inzwischen spitzt sich die demografische Entwicklung insbesondere in den neuen Bundesländern zu. Mit seinen antizipierten Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt sowie für die Finanzierung der Renten- und Sozialversicherungskassen ist der demografische Wandel seit Jahren ein politischer und medialer Dauerbrenner in der Frage, wie den...

Die Sekundäranalyse von Gesellschaftsbildern: Vorgehen, Herausforderungen und erste Ergebnisse eines qualitativen arbeitssoziologischen Forschungsprojekts

Jakob Köster & John Lütten
Ausgehend von unseren Erfahrungen aus dem Pilotprojekt "Das Gesellschaftsbild des Prekariats" diskutieren wir Vorteile, Grenzen und methodische Herausforderungen eines sekundäranalytischen Forschungsdesigns und präsentieren erste Ergebnisse unserer Auswertungen. Sekundäranalysen ermöglichen es, auf umfangreichere Forschungsdaten zuzugreifen, als in einer Primärstudie erhoben werden können und bieten die Gelegenheit, nicht ausgeschöpfte Analysepotentiale zu realisieren. Eine Grenze findet jede sekundäranalytische Fragestellung dabei in den Forschungsfragen der Primärprojekte - ohne eine relative Nähe der Fragestellungen von Primär- und Sekundärstudie sind sinnvolle...

Solo-Selbstständige im Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz

Laura Hanemann
An selbstständiger Tätigkeit lassen sich aktuelle Entwicklungen des strukturellen Wandels der Erwerbsarbeit in zugespitzter Form beobachten. Besonders anhand der Gruppe der Solo-Selbstständigen zeigen sich eine starke Selbstökonomisierung und die Schwierigkeit, den Marktbezug der eigenen Tätigkeit zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag aus einer akteurszentrierten Perspektive eben diesen Marktbezug: Am Beispiel der Kulturberufe wird der Frage nachgegangen, wie Kollegialität unter Solo-Selbstständigen erlebt wird und welche Funktion und Bedeutung sie einnimmt. Es zeigt sich, dass...

Autonomiegewährleistung in der marktgesteuerten Arbeitswelt: zu veränderten Grundlagen der Arbeit und zur staatlichen Pflicht, Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit zu schützen

Andreas Bücker
Greift die (arbeits-)rechtliche Autonomiegewährleistung noch, wenn marktförmige Kontrollinstrumente wie z. B. Zielvereinbarungen, Ertragsziele, Cost- und Profitcenter oder innerbetriebliche Marktbeziehungen traditionelle Steuerungsinstrumente wie die hierarchische Weisung ersetzen? Welche Konsequenzen hat es für den rechtlichen Schutz der Autonomie von Arbeitskräften, wenn nicht mehr das hierarchisch strukturierte und bürokratisch organisierte Unternehmen, sondern Netzwerkstrukturen den Rahmen bilden, in dem Arbeit organisiert wird? Dieser Beitrag verknüpft sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse zur Vermarktlichung und Vernetzung von Unternehmen mit einer (arbeits-)rechtswissenschaftlichen Analyse...

Subjektive Arbeitsgestaltung im Gesundheitssektor: individuelle Umgangsweisen mit widersprüchlichen Arbeitsanforderungen

Friedericke Hardering
Die Diskussion über die Bedrohung von Handlungsautonomie durch marktzentrierte Steuerungsmechanismen erstreckt sich seit einigen Jahren auch auf professionelle Arbeit. Hier wird beobachtet, dass die Verteidigung von Qualitätsansprüchen an die Arbeit und von subjektiven Vorstellungen richtiger und guter Arbeitsausführung zunehmend erschwert ist. Auf der Grundlage von Interviews mit KlinikärztInnen in Führungspositionen wird der Frage nachgegangen, welche Praktiken von den ÄrztInnen genutzt werden, um die eigene Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten und subjektive Ansprüche an die Arbeit, insbesondere auch an...

Kontroversen um nachhaltiges Arbeiten - Das Beispiel der Fischerei in Chile

Georg Jochum & Leonor Quinteros-Ochoa
Angesichts einer drastischen Übernutzung der maritimen Fischbestände wird vielfach ein Übergang zu einer nachhaltigen Fischerei eingefordert. Favorisiert werden häufig Strategien einer Privatisierung und Vermarktlichung der Fangrechte, um einen verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit den maritimen Ressourcen zu erreichen. Wie allerdings am Beispiel der Neuordnung der Fischerei in Chile durch das Gesetz "Ley Longueira" im vorliegenden Artikel deutlich gemacht wird, führen diese Strategien zur Verdrängung traditioneller Kleinfischer und sie fördern letztlich eine ökologisch problematische industrielle Fischerei. Unter...

Technik und Arbeit in der Arbeitssoziologie - Konzepte für die Analyse des Zusammenhangs von Digitalisierung und Arbeit

Volker Baethge-Kinsky, Martin Kuhlmann & Knut Tullius
Angesichts massiver Investitionen in Digitalisierungstechnologien und einem politischen Agenda-Setting, das die Alternativlosigkeit einer 'digitalen Transformation' beschwört, mehren sich auch in der Arbeitsforschung Stimmen, die der Technik eine hohe, quasi-deterministische Prägekraft auf Arbeit zuschreiben. Digitalisierung steht dabei häufig als technische Grundlage für einen erweiterten Kontroll- und Steuerungszugriff auf Arbeit, der zunehmend auch höher qualifizierte Tätigkeiten erfasst. Im Anschluss an vorliegende Konzepte der Arbeitssoziologie sowie auf Basis aktueller Forschungsergebnisse plädiert der Beitrag für die Fruchtbarkeit von drei...

Work Ability und digitale Transformation: zum Spannungsverhältnis steigender Belastungen und abnehmender Ressourcen am Beispiel von Mitarbeitern in der Transportlogistik

Jan Schlüter, Marco Hellmann & Johannes Weyer
Die vorliegende Studie präsentiert Zwischenergebnisse aus dem Forschungsprojekt TraDiLog, das sich mit den aus der Digitalisierung und Automatisierung von Arbeits- und Wirtschaftsprozessen folgenden Konsequenzen für Mitarbeiter beschäftigt. Das Projekt fokussiert dabei die mobile Erwerbsarbeit in Speditions- und Logistikunternehmen. Interviews mit Vertreter der Branche sowie Akteuren des institutionellen Kontexts zeigen auf, dass sich die untersuchten Tätigkeitsbereiche in den fünf identifizierten Dimensionen Überwachung und Kontrolle, Autonomie, Komplexität, Kommunikation und Zeit durch die Digitalisierung maßgeblich verändern. Dies hat...

Digitalisierung von Arbeit als \"Baustelle\" einer geschlechterbezogenen Arbeitsforschung: Transformationsprozesse in der Büroarbeit

Edelgard Kutzner
In kritischer Auseinandersetzung mit bisherigen Prognosen zum Verhältnis von Digitalisierung, Arbeit und Geschlecht sowie anknüpfend an ausgewählte theoretische und empirische Forschungsarbeiten wird im vorliegenden Beitrag ein möglicher Rahmen für weitere Debatten und Forschungen skizziert. Am Beispiel der Arbeit im Büro werden bisherige Entwicklungsprozesse der Digitalisierung von Arbeit aufgezeigt, um daran anschließend einige konzeptionelle und methodische Überlegungen zur Erforschung von Veränderungs- und Gestaltungsprozessen aus einer Geschlechterperspektive vorzustellen. Im Ergebnis zeigt sich, technisch-organisatorische Veränderungen können zu einer...

Digitalisierung ohne Technik? Das Beispiel eines Praxislabors zu Arbeit 4.0

Uli Meyer
Dieser Artikel argumentiert für eine eigenständige (arbeits-)soziologische Perspektive zur Digitalisierung. Ein Großteil der arbeitssoziologischen Digitalisierungsforschung setzt bei der Einführung neuer Technologie an. Der vorliegende Beitrag argumentiert dagegen, dass viele aktuell relevante Phänomene anders gelagert sind und (arbeits-)soziologische Forschung diese übersieht, wenn sie Digitalisierung allein über Technologie definiert. Am Beispiel der Umsetzung eines Praxislabors zu Arbeit 4.0 wird ein solcher Fall beschrieben. Dieses Praxislabor ist als Reaktion auf die Debatten um Industrie 4.0 und Arbeit 4.0...

Cyber-physische Produktion: Modelle und Inszenierung der Smart Factory

Tudor Ionescu & Martina Merz
Der Artikel rekonstruiert die Entwicklung eines Smart Factory-Demonstrators in einem Großkonzern. Er zeigt auf, wie den dabei auftretenden Herausforderungen in der Praxis begegnet und eine bestimmte Vision der intelligenten Fabrik in Demonstrationen für ein Expertenpublikum inszeniert wurde. Der Demonstrator entspricht, in vereinfachter Form, der Vorstellung einer weitgehend automatisierten Fabrik, in der Roboter und andere "smarte" Produktionsmaschinen kleinteilige Geräte nach vorgegebenen "Rezepten" selbstorganisierend und dezentral produzieren. Aus Perspektive einer praxisorientierten Wissenschafts- und Technikforschung (STS) nimmt die...

Beständigkeit, 'Erosion' und Degradierung - zur Entwicklung industrieller Facharbeit als Form der Beruflichkeit

Ingo Matuschek
Die seit Langem diskutierte 'Krise der industriellen Facharbeit' einschließlich ihres vermeintlichen Verschwindens wird in den einschlägigen Debatten gerne mit dem Hinweis auf eine insbesondere in der beruflichen Ausbildung zum Ausdruck kommende Beständigkeit im Wandel gekontert. Die sich verändernde Arbeitswelt berührt allerdings nicht nur solche strukturellen respektive institutionellen Aspekte von Facharbeit und Beruflichkeit. Vielmehr sind Tendenzen einer tätigkeitsbezogenen Degradierung zu erkennen, die zugleich auf berufliche Expertise der Beschäftigten nicht verzichten will. Das sichert den Betrieben eine...

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