5 Works

Nadeln im Heuhaufen

Michael Kühn, Oliver Heidbach, Arnd Heumann & Josef Zens
Die Suche nach einem Standort zur Endlagerung von hochradioaktivem Abfall ist eine generationenübergreifende soziale und politische Aufgabe mit geowissenschaftlichem Kern. Deutschland hat dafür einen partizipativen Prozess gestartet. Die erste Herausforderung ist die Eingrenzung geeigneter Gebiete beginnend mit der gesamten Bundesrepublik. Die zweite ist den Untergrund im Bereich der verbleibenden wenigen Prozent der Landesfläche mit geowissenschaftlichem Wissen, Methoden und Daten detailliert auf seine Eignung hin zu untersuchen.

Standortsuche im Spannungsfeld

Oliver Heidbach, Moritz Ziegler, Sophia Morawietz, Karsten Reiter, Luisa Röckel & Fabrice Cotton
Das gegenwärtige Spannungsfeld der Erdkruste ist eine zentrale Feldgröße für die Beurteilung der Stabilität eines Endlagers. Erreichen die Spannungen einen kritischen Wert, dann versagt das Gestein. Es bilden sich Risse und Brüche, die Wegsamkeiten für Flüssigkeiten und Gase darstellen. Als Folge kann das Endlager undicht werden. Im direkten Bezug dazu stehen die Ausschlusskriterien seismische Aktivität und aktive Störungszonen aus dem Standortauswahlgesetz. Beide sind ein Ausdruck dafür, dass der kritische Wert überschritten wurde.

Modelle simulieren die Zukunft

Michael Kühn, Theresa Hennig, Oliver Heidbach & Magdalena Scheck-Wenderoth
Modelle und Simulationen erlauben eine Prognose, wie sich Prozesse in der Geosphäre unter Berücksichtigung der physikalischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten in der Zukunft entwickeln. Sie sind die Grundlage, um Entwicklungsszenarien zu prüfen und darüber praktikable Entscheidungen treffen zu können. Nur so ist z. B. eine Quantifizierung potenzieller Radionuklidmigration im hydrogeologischen System des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs und damit eine Bewertung des Rückhaltevermögens eines Endlagers für eine Million Jahre möglich.

Gesteinseigenschaften geben den Ton an

Steffi Genderjahn, Anja Schleicher, Valerian Schuster, Julia Mitzscherling, Dirk Wagner, Erik Rybacki & Georg Dresen
Die geowissenschaftlichen Abwägungskriterien des Standortauswahlgesetzes dienen der Beschreibung der geologischen Gesamtsituation der Wirtsgesteine, sowie der Bewertung potenzieller Standortregionen für ihre Eignung als Endlager. Tonsteine verfügen unter anderem über eine geringe Durchlässigkeit für Flüssigkeiten und Gase, sowie über ein großes Isolations- und Rückhaltevermögen für Radionuklide. Aufgrund dieser und anderer positiver Eigenschaften werden Tonsteine als Wirtsgestein für die Endlagerung von radioaktiven Abfällen in Betracht gezogen.

Stabilität über eine Million Jahre

Richard Ott, Boris Gailleton, Luca Malatesta, Lukas Becker & Jean Braun
Die langfristige Sicherheit der Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen beruht auch darauf, dass der einschlusswirksame Gebirgsbereich nicht durch Erosion in einem Zeitraum von einer Million Jahren freigelegt wird. Mit geologischen Daten und numerischen Modellen der Landschaftsentwicklung kann quantifiziert werden, wie schnell beispielsweise Gletscher, Flüsse und tektonische Prozesse die Landschaft verändern und wie wahrscheinlich es ist, dass ein Endlager durch diese Prozesse an die Erdoberfläche gelangt.

Registration Year

  • 2022
    5

Resource Types

  • Journal Article
    5

Affiliations

  • University of Potsdam
    5
  • Helmholtz Centre Potsdam - GFZ German Research Centre for Geosciences
    5
  • Technical University of Berlin
    3
  • Karlsruhe Institute of Technology
    1
  • RWTH Aachen University
    1
  • TU Darmstadt
    1