991 Works

2025 – Bibliotheken gehen in Rente

Daniela Meidlinger
Was müssen Bibliotheken in Zukunft leisten? Was müssen sie ihren Nutzern bieten? Fragestellungen, die angesichts der derzeitigen demografischen Entwicklungen noch wichtiger werden. Sie müssen Ausgangspunkt sein, bevor sowohl Personalverantwortliche als auch Belegschaften sich den Herausforderungen wie Fachkräftemangel, längeren Arbeitszeiten und einem steigenden Durchschnittsalter der Mitarbeiter stellen. Allein beim Blick in die Altersstrukturen von Bibliotheken zeichnet sich ab, dass ein dringendes Handeln erforderlich ist. Dabei wird es oft gar nicht notwendig sein, die eigene Personalarbeit völlig...

Bibliothekspolitische Strategien als Antwort auf den demografischen Trend

Eberhard Kubser
Thüringens Öffentliche Bibliotheken sind angesichts der demografischen Veränderungen mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die bibliothekarische Infrastruktur muss ein Versorgungsgebiet berücksichtigen, das sehr kleinteilig ist und immer mehr ausdünnt. Die Abwanderung aus ländlichen Regionen in dicht besiedelte Städte stellt verantwortliche Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kultur und bibliothekarischen Fachkreisen vor die Aufgabe, ein Konzept zum Erhalt einer alternden Gesellschaft zu entwickeln. Das Verstehen der Bibliothekslandschaft Thüringens, seine aktuelle wie zukünftige Situation, ist die Voraussetzung für eine strategische Reorganisation....

Ältere Menschen und neue Bibliotheksraumkonzepte – ein Widerspruch?

Olaf Eigenbrodt
Bibliotheksräumen werden in der aktuellen Diskussion vielfältige neue Rollen zugedacht. Sie werden zu hochtechnisierten und diversifizierten multifacettierten Erlebnis-, Kommunikations- und Wissensräumen, die sich offensiv an sogenannte Digital Natives wenden. Bibliotheken sollen jedoch als gesellschaftliche Räume Arenen der Begegnung sein, in denen verschiedene gesellschaftliche Gruppen zusammenkommen. Was ist aber mit Senioren, die vielleicht die Ruhe und ‚heilige‘ Atmosphäre im traditionellen Raum der Bibliothek schätzen? Gibt es für sie noch einen Platz oder stehen sie der Neuerfindung...

Der Wert der MedienNutzerTypologie für Öffentliche Bibliotheken und die Herausforderungen des demografischen Wandels

Konrad Umlauf
Die MedienNutzerTypologie ist ein vom Forschungsdienst der ARD entwickeltes und vom Marktforschungsunternehmen GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) angewandtes Modell der Publikumssegmentierung nach Merkmalen der Lebensstile in Kombination mit Merkmalen der Mediennutzung. Wegen der stärkeren Einbeziehung des Mediennutzungsverhaltens ist die MedienNutzerTypologie zur Marktsegmentierung von Mediennutzern besser geeignet als es die Sinus-Milieus1 sind, ein Segmentierungsansatz, der für die Konsumforschung interessanter ist. Die MedienNutzerTypologie liegt in zwei Fassungen aus den Jahren 19982 und 20073 vor. Der Beitrag hinterfragt die...

It’s not all doom and gloom

Guido Jansen
Im vorliegenden Beitrag wird anhand von Beispielen aus Europa, Amerika, Australien und Neuseeland angedeutet, wie Bibliotheken im Ausland mit unterschiedlichen Formen des demografischen Wandels umgehen und ihre Dienstleistungen, Produkte und/oder Bestände den Bedürfnissen der sich verändernden Zielgruppen anpassen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Großbritannien gerichtet, ein Land mit einem international anerkannten und zudem auf soziale, kulturelle und technologische Trends schnell reagierenden Bibliothekswesen.

Original, Imitation oder Fälschung. Eine augenscheinlich spätromanisch-protogotische Sitzmadonna aus dem Augsburger Kunstauktionsmarkt und ihre Beziehung zur spätromanischen Madonna im Ulmer Museum

Tim Heilbronner
Im Zentrum der folgenden Ausführungen steht eine augenscheinlich spätromanisch-protogotische Holzmadonna aus dem Augsburger Kunstauktionsmarkt (sog. Augsburger Madonna), welche die oberschwäbisch-spätromanische, in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datierte Madonna im Ulmer Museum zum direkten Vorbild hat und darüberhinaus interessante Bezüge zu weiteren Skulpturen des 12./13. Jahrhunderts aufweist. Da nach einer ersten kunsttechnologischen Sichtprüfung des 2015 versteigerten Bildwerks sowohl eine mittelalterliche Authentizität (um 1300) als auch eine neuzeitliche Imitation bzw. Fälschung des 19./20. Jahrhunderts möglich erschien,...

Francesco Del Nero. The Art of Multiplication

Vasily Rastorguev
The paper deals with the oddities and peculiarities of critical history of a bronze bust representing Francesco del Nero (1487−1563), papal treasurer in the pontificate of Clement VII de Medici. Formerly in the Kaiser-Friedrich-Museum, Berlin, and long considered lost in the fire of Friedrichshain bunker in May 1945, it has recently been officially rediscovered in the Pushkin Museum, Moscow, in custody there since 1946. The bronze effigy of Francesco del Nero repeats a marble image...

Once again about the London Entombment

Ferenc Veress
Historical sources, such as the account books of Renaissance bankers offer valuable information about relationship between artists and commissioners. Yet, it is not easy to use such sources in identifying works of art and to integrate them into the catalogue of an important artist such as Michelangelo Buonarroti. Visual evidences and stylistic parallels are indispensable for art historians who endeavor to attribute new works to Michelangelo. After-life or influence of a work (the number of...

Bibliotheken als Dienstleistungsunternehmen

Simone Fühles-Ubach
In diesem Beitrag sollen die Auswirkungen des demografischen Wandels für Bibliotheken aus mehreren Perspektiven beleuchtet werden. Ausgangspunkt dabei ist die allgemeine Umweltperspektive, die eine massive Veränderung der Bevölkerungsentwicklung für verschiedene Altersgruppen bis zum Jahr 2050 in Deutschland vorhersagt. Darauf aufbauend wird eine Umfeldanalyse durchgeführt, d. h. es geht um die Frage, welche Folgen Dienstleistungsunternehmen generell aufgrund dieser allgemeinen Entwicklung erwarten und welche Konsequenzen sich konkret für Bibliotheken daraus ableiten lassen. Dabei geht es sowohl um...

Demografischer Wandel – mehr Chancen als Risiken?!

Petra Klug
Dass der demografische Wandel das Leben in den Städten und Gemeinden stark verändern wird, fehlt als Aussage in kaum einer Veröffentlichung zum Thema. Doch was bedeutet das konkret in unserem Arbeitsalltag? Welche Faktoren und Wechselwirkungen spielen eine Rolle, welche Informationen benötigen wir zur Einschätzung und Gestaltung demografischer Entwicklungen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der folgende Text.

Eine exakte Teilkopie von Joos van Cleve. Zur Funktion von Kopien im frühen 16. Jahrhundert

Christine Unsinn
Die Kopie in der niederländischen Kunst der Frühen Neuzeit ist ein großes, spannendes und momentan viel diskutiertes Feld. Dieser Beitrag gibt einen kleinen Einblick in die Antwerpener Kunstsammler-Szene im frühen 16. Jhd. sowie in die Kopienproduktion vor allem der Werkstatt von Joos van Cleve. Eine bisher relativ unbeachtete Tafel aus einer Privatsammlung steht im Mittelpunkt des Aufsatzes: Jungfrau betend unter dem Kreuz. Das Gemälde kopiert gezielt und exakt die zwei zentralen Figuren von einer etwa...

Titel und Impressum

Petra Hauke

Editorial

Bernd Henningsen

Plurilinguale Identitäten? Entwicklungen in der Theoriebildung und empirische Forschungsergebnisse zur Mehrsprachigkeit an Schulen

Adelheid Hu
Das Ziel dieses Beitrags ist es, Einblicke in den Forschungsbereich der plurilingualen Bildung zu geben und dabei insbesondere auf diejenigen Forschungsansätze und Formen von Theoriebildung zu fokussieren, die in Richtung eines integrativen und identitätsorientierten Sprachunterrichts entwickelt wurden. Der erste Teil des Artikels stellt Ansätze in den Mittelpunkt, die Sprache, Sprachenlernen und interkulturelles Lernen explizit mit Bezug auf die Identität der Lernenden konzeptualisieren. Auch werden einflussreiche Konzepte wie Plurilingualismus, Sprachenrepertoire und translanguaging in ihrer Bedeutung für...

Le transculturing: un construit pour découvrir les ressorts du translanguaging

Jean-Paul Narcy-Combes
S’appuyant sur des théories issues de différentes disciplines, cet article est une réflexion sous forme de monologue intérieur qui cherche à comprendre ce qui est en amont du translanguaging. Deux ouvrages qui abordent ouvertement le construit de transculturing ont permis de donner des exemples concrets des phénomènes étudiés. L’ensemble reste largement spéculatif même si la conclusion propose des pistes de recherche et souligne les apports d’une telle recherche pour la didactique des langues.

Rezeptive Mehrsprachigkeit – der mögliche Beitrag der Fremdsprachendidaktik zur Bildung einer gemeinsamen europäischen Öffentlichkeit

Franz-Joseph Meißner
In European Union’s school-contexts, current teaching and learning foreign languages has been continuing a tradition whose roots go back to the nineteenth century when the dominant and overall educational objective was to prepare children for a successful citizen’s life within national boundaries. Obviously, the goal does no longer match with pedagogical criteria defined by a Union of 27 states with 24 official languages looking for establishing more European identity. Against this background, the paper discusses...

Andererseits

Heike Hartmann
Koloniale Sammlungen und Archive bedingten die kuratorische Arbeit an der Ausstellung. Deren Ordnungen und Sichtweisen verdeutlichten die Umstände und Interessenslagen, aus denen heraus sie entstanden. Zugleich weisen die Sammlungen und Archive sowohl Ausschlüsse und Verunsicherungen als auch Handlungsspielräume auf. Aus dieser Spannung heraus entwickelte die Ausstellung einen reflexiven Umgang mit ethnologischen und anthropologischen Objekten, indem sie diese als Zeugnisse kolonialer Begegnungen und Ereignisse begriff und die vielfältigen Wegen nachzeichnete, auf denen sie in ihrer Entstehung,...

People and Things – Things and People

Ivan Gaskell

»Ost-Probleme«?

Gilbert Lupfer
2010 wurden die Staatlichen Ethnografischen Sammlungen Sachsen mit ihren drei Museen in Dresden, Herrnhut und Leipzig den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden angegliedert. Seither lassen sich in diesem zweitgrößten Museumsverbund Deutschlands exemplarisch die diversen Fallkonstellationen und Provenienzfragen in unterschiedlichen Museumstypen beobachten. Die Kunstmuseen wurden mit neuen Fragestellungen wie human remains oder Kolonialgeschichte konfrontiert; ihr zentrales Thema, der NS-Raub, hingegen ist den ethnologischen Sammlungen noch wenig vertraut. Doch damit nicht genug: Die ganz spezifischen Probleme der Museen im...

Netzwerke erweitern

Claudia Andratschke
Parallel zur Gründung der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste hat das Land Niedersachsen im Februar 2015 ein Netzwerk errichtet, das die Kräfte und Kompetenzen im Bereich der Provenienzforschung auf Landesebene bündeln und koordiniert mit den nationalen Initiativen verzahnen soll. Zu den Mitgliedern zählen Museen und Universitäten, die Projekte zur systematischen Überprüfung ihrer Bestände durchgeführt oder begonnen haben, der Museumsverband Niedersachsen und Bremen e.V. sowie Partner aus Bibliotheken, Archiven und regionalen Verbänden. Wesentliche Inhalte der Netzwerkarbeit sind...

Einführung

Heike Hartmann

Introduction

Sarah Fründt

Superman Lives!

Lukas Elstermann

Editorial #32: Wirkung von Open Access

Redaktion LIBREAS

Open Access an der Universität verankern: Ein Praxisbericht aus dem Jahr 2017

Steffi Grimm & Dagmar Schobert
Anfang 2017 wurden die Open-Access-Beauftragte der TU Berlin und die Universitätsbibliothek vom Präsidium beauftragt, den Entwurf einer Open-Access-Policy in der Universität bekannt zu machen und einen Diskussionsprozess über Open Access zu initiieren. Was folgte, war ein Rundgang durch verschiedene Gremien der Universität. Die Veranstaltungen boten Gelegenheit, den Entwurf der Policy vorzustellen und den Argumenten für und gegen Open Access Raum zu geben. Der vorliegende Beitrag dokumentiert diese Diskussionen und zeigt auf, welche Positionen im Umfeld...

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