486 Works

Music and Politics in the Ancient World

Ricardo Eichmann, Mark Howell, Graeme Lawson, Ingrid Furniss, Véronique Alexandre Journeau, Stefan Hagel, Ralf Gehler, Mark Howell, Arnd Adje Both, Dahlia Shehata, , Alexandra Von Lieven, Graeme Lawson, Eleonora Rocconi & Christophe Vendries
Zwischen dem 5. und 1. Jhdt. v. Chr. betrachteten politische Theoretiker in China und Europa Musik als nützlichen Maßstab für den politischen Charakter und Zustand von Gesellschaften und ihren Machthabern. Auch wenn ihre Ansichten keiner wissenschaftlichen Basis entsprangen, können schriftliche Überlieferungen und archäologische Quellen heute herangezogen werden, um Musik und damit zusammenhängende kulturelle Äußerungen im Umfeld der Macht und ihren unmittelbaren Einflussbereichen zu verorten. Sie können so über Identität, Selbstverständnis, Ansehen und Status informieren: vom...

Introduction: Music, Social Identity, Political Cohesion

Ricardo Eichmann, Mark Howell & Graeme Lawson
Zwischen dem 5. und 1. Jhdt. v. Chr. betrachteten politische Theoretiker in China und Europa Musik als nützlichen Maßstab für den politischen Charakter und Zustand von Gesellschaften und ihren Machthabern. Auch wenn ihre Ansichten keiner wissenschaftlichen Basis entsprangen, können schriftliche Überlieferungen und archäologische Quellen heute herangezogen werden, um Musik und damit zusammenhängende kulturelle Äußerungen im Umfeld der Macht und ihren unmittelbaren Einflussbereichen zu verorten. Sie können so über Identität, Selbstverständnis, Ansehen und Status informieren: vom...

Shaping Character: An Ancient Science of Musical Ethos?

Stefan Hagel
Die Idee, dass die psychologische Wirkung der Musik auch für Fragen der Erziehung und Politik entscheidend ist, findet sich zuerst bei Platon, mit Verweis auf Damon von Athen (5. Jahrhundert v. Chr.). Auf Basis der Schrift des Aristeides Quintilianus, der ebenso auf Damon zurückverweist, wurde dem Letzteren eine eigenständige Theorie des musikalischen Ethos zugeschrieben. Im vorliegenden Beitrag werden die Quellen von Platon über Aristoteles bis zu Aristides einer kritischen Betrachtung unterzogen. Dabei wird für eine...

Musical Conquests: Encounters in Music Cultures of Aztec and Early Colonial Times

Arnd Adje Both
Dieser Artikel untersucht die sozio-politischen und religiösen Dimensionen des Musizierens und Klangerzeugens über den Vergleich zweier kulturell unterschiedlicher, aber nah beieinander liegenden Zeitabschnitte an ein und demselben Ort: dem Tal von Mexiko. Zunächst werden die Praktiken der Azteken zur Ausübung musikalischer Dominanz und Kontrolle über die von ihnen eroberten Gesellschaften der späten post-klassischen Periode Mesoamerikas (1325 bis 1521 n. Chr.) untersucht. Darauf folgend werden die spanischen Strategien der musikalischen Dominanz und Kontrolle über die eroberten...

Conquest, Political Space and Sound in Antiquity: Concerning Barbarians and Romans, and Roman Discourse on Music and Civilization

Christophe Vendries
Während der römischen Expansionszeit wurden barbarische Instrumente – Trompete und Trommel – in den Quellen als ,eigenartig‘ oder ,primitiv‘ und ihr Klang als unmusikalisch verstanden. Sowohl in der griechischen als auch in der lateinischen Literatur wird die Welt der Barbaren – vor allem im Westen – als ein von Krach erfüllter Raum beschrieben. Ihre Ignoranz gegenüber Musik wurde zum Zeichen ihrer Unmenschlichkeit, da nur musikalisches Wissen zu einer harmonischen Gesellschaft führte. Nur die östlichen Barbaren...

Keplers Seelenlehre zwischen Physik und Theologie

Sascha Salatowsky
Dieser Beitrag untersucht Keplers Weltharmonik mit Blick auf das Leib-Seele-Verhältnis sowie die Auferstehung. Bei Kepler sind Körper und Seele nicht so stark voneinander getrennt, dass es der Vermittlung bedürfte. Trotzdem gibt es Ähnlichkeiten zu Theorien des Seelenleibs: Die in Keplers Werk <em>Harmonices Mundi</em> entworfene Weltenharmonie findet ihre Entsprechung in der Beschreibung der Seelenharmonie. Eine wesentliche Rolle spielt beim Auffinden der Harmonie in der imperfekten materiellen Welt die Seelentätigkeit. Keplerfragt danach, wie die Seele, die doch...

Licht von innen

Bernd Roling
Seit den Kirchenvätern war die körperliche Auferstehung ein notwendiger Bestandteil der christlichen Eschatologie. Übereinstimmend hatte die Kirche gelehrt, dass die Seele gemeinsam mit ihrem Körper im Jenseits belohnt oder bestraft werden sollte. Doch welche Gestalt sollte dieser neue Körper annehmen, der zugleich derselbe alte Leib in seiner Essenz und Kontinuität bleiben musste? Wie ihre mittelalterlichen Vorgänger schenkten auch die Jesuiten viele Quästionen ihrer Cursus theologici diesem Sonderfall des Leib-Seele-Problems. Wie war sinnliche Wahrnehmung denkbar, wenn...

Theurgie, Imagination und aitherischer Seelenleib: Aspekte visionärer, ritueller Dichtung bei Henry More?

Lutz Bergemann
In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, die Gedichte der <em>Psychodia Platonica</em> des Cambridger Platonikers Henry More vor dem Hintergrund ritueller, theurgischer Texte des spätantiken Neuplatonismus zu verstehen, um sich auf diese Weise der zentralen Rolle, die der aitherische Seelenleib (<em>ochema</em>) als Inspirationsmedium für diese Dichtung spielt, hermeneutisch anzunähern. Als rituell-performativer Text theurgischer Qualität thematisiert die <em>Psychodia Platonica</em> nicht nur metaphysisch-theologische Inhalte, sondern nutzt diese und ihre sprachliche Gestalt zugleich, um zu einer spirituellen Veränderung...

Licht und Seelenleib

Lena Gätjens & Bettina Bohle
Wenn Licht auf einen Gegenstand trifft, hängt es von der Beschaffenheit des Gegenstands ab, wie sich das Licht verhält, ob es sich bricht, reflektiert wird oder durch den Gegenstand hindurchgeht. In philosophischen Zusammenhängen wird die Wirkweise des Lichts häufig in metaphorischer Weise dafür herangezogen, Erkenntnisprozesse zu beschreiben. Antike und neuzeitliche Vorstellungen davon, wie Seele und Körper zusammenhängen, bei denen es u. a. darum geht, wie Erkennen und Wahrnehmen zusammenhängen, nehmen häufig Analogie und Bilder der...

Plenartagungsbericht der Forschergruppe C-I-1: Language and Text. The Conception of Spaces in Language

Jan Stenger
Die Forschergruppe C-I-1 befasst sich aus linguistischer Perspektive mit den Ausdrücken für räumliche Relationen in antiken Sprachen. Beteiligt sind Forscherinnen und Forscher aus den Disziplinen der Ägyptologie, der Altorientalistik (mit den Sprachen Akkadisch, Hethitisch, Hurritisch), der Klassischen Philologie (Griechisch, Latein) sowie der Allgemeinen Sprachwissenschaft und Sprachtypologie (u. a. Lasisch). In interdisziplinärer Zusammenarbeit werden morphologische, syntaktische und semantische Untersuchungen durchgeführt, die sowohl das Wortmaterial als auch die morphosyntaktischen Phänomene beschreiben, mit denen in Sprachen der Antike...

Ancient Spaces as Spaces of Movement in the Postclassical Era: Factography, Imagination, Construction

Maximilian Benz & Carmen Marcks-Jacobs
Die Erforschung der künstlerischen Vermittlung von Wissen über antike Räume ist Gegenstand der Arbeit der Forschergruppe E-I. Dabei lassen sich in der <i>longue durée </i>Ketten von Transformationsvorgängen beobachten, in denen die in der Antike etablierten Zusammenhänge von Raum und Wissen den je spezifischen epistemischen und medialen Anforderungen entsprechend durch historische Agenten verändert wurden. Um diese wissensbasierten Transformationsprozesse in präzisen Untersuchungsgebieten einerseits auf einer verlässlichen Materialbasis analysieren, andererseits in der Zusammenführung der Ergebnisse aber auch relevante...

Mapping Body and Soul

Roland Wittwer
<i>a) Gegenstände und Ziele</i>. “Mapping Body and Soul” ist eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe von Forschern der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie assoziierten Mitgliedern in Hamburg, die sich mit räumlichen Konzepten in antiken philosophischen und medizinischen Theorien zum Verhältnis von Körper und Seele sowie deren Rezeption in Mittelalter, Renaissance und der frühen Neuzeit beschäftigt. Die zentralen Texte, die mit Blick auf die Frage nach der Verortung seelischer...

Dialectical Topoi

Klaus Hempfer, Angelika Lozar, Marko Malink & Tim Wagner
<i>a) Gegenstände und Ziele. </i>Dialektische Topoi sind ein wesentlicher Bestandteil der aristotelischen Logik und Argumentationstheorie (Dialektik). Sie können charakterisiert werden als Argumentationsmuster, die es uns erlauben, Prämissen zu finden, die geeignet sind, eine gegebene These zu etablieren. Unsere Forschergruppe konzentriert sich auf zwei Themen: Der erste Arbeitsschwerpunkt besteht in der genauen Untersuchung der <i>topos</i>-basierten dialektischen Logik des Aristoteles. Insbesondere konzentrieren wir uns auf die dialektischen Schriften im <i>Organon </i>(<i>Topik, Rhetorik, Sophistische Widerlegungen</i>) und betrachten ihr...

Place, Space, and Motion

Jonathan Beere, Christoph Helmig, Christopher Noble & Jacob Rosen

The Ontology of Space

Jonathan Beere, Gábor Betegh & Christian Pfeiffer

Archäometrie/Archäoinformatik

Michael Meyer
Die Forschergruppe A-III verbindet Projekte, die mit naturwissenschaftlichen bzw. archäoinformatischen Methoden Fragen zu Raum und Wissen untersuchen. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung neuer und der Weiterentwicklung bereits bewährter Methoden in unterschiedlichen Feldern. In der Art eines Forums ist A-III eine Diskussionsplattform, an die sich Forscher aus anderen Gruppen mit Fragestellungen wenden. Methodische Weiterentwicklungen werden umgekehrt in unterschiedliche Forschergruppen hineingetragen und dort angewendet. Als Medien der Kommunikation dienen u. a. Work- shops und das...

The Epistemological Dynamics of Early Writing: Spatiality and Perception

Jochen Brüning, , Eva Cancik-Kirschbaum &
Ausgehend vom Begriff der <i>Kulturtechnik(en</i><i>) </i>zielt die Arbeit der Forschergruppe darauf ab, einerseits ein Verständnis von den Bedingungen zu gewinnen, welche überhaupt die Beschreibung und Abbildung von Räumlichkeit in anderen medialen Zuständen (geometrisch, algebraisch, verbalisiert sowie als Zeichnung, Modell und “Diagramm”) ermöglichen, und andererseits die Rolle des fixierenden Mediums (hier Schriftlichkeit) bei diesen Prozessen zu analysieren. Mit Blick auf die Fragestellung der Forscher- gruppe D-III (<i>Spatia</i><i>l Models and Spatial Thinking</i>) und im weiteren Sinne von...

Plenartagungsbericht der Forschergruppe C-III

Ortwin Dally, Ricardo Eichmann, Svend Hansen, Susan Pollock & Ute Luig
Forscher aus den Disziplinen Prähistorische Archäologie, Vorderasiatische Archäologie, Alte Geschichte, Klassische Archäologie, Ägyptologie, Musikarchäologie und Ethnologie untersuchen im Rahmen der Research Area C-III die Konstruktion sakraler Landschaften und komplexer Handlungsräume durch rituelle Handlungen, die insbesondere durch Prozessionen gekennzeichnet sind. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der Verschränkung von physischem Raum, Bildern, Handlungen und Klang zu. Das Spektrum der Forschungsprojekte ist groß: Es umfasst die Untersuchung bronzezeitlicher Hortfunde in Mitteleuropa und die Strukturierung ritueller Räume...

Diversity and Standardization

Eva Cancik-Kirschbaum & Jörg Klinger
Die Geschichte der altorientalischen Kulturen erweist sich in historischer Zeit unter dem Aspekt einer <i>longue durée </i>als geprägt von einer erstaunlichen Konstanz der Herrschaftsformen bzw. der Herrschaftsstrukturen. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass die im Kern monokratischen Systeme durchaus unterschiedliche, auf die je spezifischen regionalen Verhältnisse ausgerichtete Ausprägungen von Herrschaft hervorbrachten. Dabei wird eine Reihe von Institutionen ausgebildet, die der Durchsetzung staatlicher Herrschaft im Herrschaftsraum dienen. Diese können in Art und Ausgestaltung zwischen Stadtstaat...

Human Activity in the Silvretta Massif and Climatic Developments throughout the Holocene

Christoph Walser & Karsten Lambers
The Silvretta Massif is a mountain range on the Swiss-Austrian border. Apart from a few well known Bronze and Iron Age sites in the Lower Engadin valley, the Silvretta has been more or less a kind of “archaeological terra incognita”, especially in the (high) alpine zones. Hence a multidisciplinary study named “Rückwege” was initiated by the Department of Prehistory at the University of Zurich (Th. Reitmaier) in 2007. The project’s main goal is to explore...

Fleeing from a Little Bit of Water: A Very \"Un-Roman’ Response to Changing Environmental Constraints. A Case Study from Monteux, Southern France

Sabrina Save, Loïc Buffat, Christopher Rob Batchelor, Dorcas Vannieuwenhuyse, Michèle Bois & Benjamin Durand

The Pyramid Complexes and the Ancient Landscape of Dahshur/Egypt

Nicole Alexanian, Wiebke Bebermeier, Dirk Blaschta & Arne Ramisch

Reconstructing Landscapes and Waterscapes in Thebes, Egypt

Angus Graham, Kristian D. Strutt, Morgan Hunter, Sarah Jones, Aurélia Masson, Marie Millet & Benjamin Pennington

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  • 2020
    1
  • 2019
    251
  • 2018
    29
  • 2017
    205

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