20 Works

Sinnvoll oder sinnfrei? Zur Darstellung von Geschichte im historischen Spielfilm

Thomas Wegener
Ausgehend von den gattungsspezifischen Besonderheiten des Historienfilms zeigt Thomas Wegener anhand zahlreicher Beispiele, dass der historische Spielfilm höchst eklektizistische Geschichtsbilder (nach)zeichnet. Diese Geschichtsbilder basieren einerseits überwiegend auf Vorstellungen des 19. Jahrhunderts, andererseits auf einer aus dem Faschismus bekannten Bildsprache. Keiner der Filme berücksichtigt den aktuellen historischen Forschungsstand. Vielmehr kommentieren die dargestellten, vergangenen, Welten aktuelle Ereignisse und Konflikte und spiegeln rezente Werte und Normen wider. Daher scheint es, so Thomas Wegener, für die historiographische Forschung sinnvoller...

Die selbstreferentielle Stadt. Kommunikation und die Orte urbaner Öffentlichkeit

Samuel Schilling
Der Beitrag von Samuel Schilling zeichnet aus systemtheoretischer Sicht auf Kommunikation die Überlegungen des Stadtsoziologen Hans-Paul Bahrdt nach. Ihm zufolge stellen besondere Formen des Kommunizierens und Verhaltens ein Merkmal städtischer Öffentlichkeit dar. Die Beschreibung macht Ungenauigkeiten des Kommunikationsbegriffs Bahrdts sichtbar, stellt aber genauso den gleichzeitigen inhaltlichen Wert seiner Überlegungen heraus. Zudem werden Bahrdts Überlegungen zur öffentlichen Sphäre in der Stadt und zur Besonderheit der dortigen Kommunikation um die phänomenologische Beschreibung von Orten des Ethnologen Marc...

Die Deutschen und die Nazis. Figurendarstellungen in zeithistorischen Spielfilmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens

Anke Donnerstag
Anke Donnerstag geht in ihrer komparativen Betrachtung der Filme DIE GUSTLOFF (D 2008) und EIN WEITES HERZ – SCHICKSALSJAHRE EINER DEUTSCHEN FAMILIE (D 2013) der Frage nach, wie die Deutschen und die Nazis in Fernsehspielfilmen der Gegenwart figuriert werden. Daran schließt sie die Frage an, in welchem Maße die dargestellten Deutschen und Nazis bereits vorhandenen Figurenstereotypen entsprechen. Unter Einbezug einer Studie, die sich mit der familiären Tradierung von Geschichtsbewusstsein befasst, wird im Beitrag erörtert, inwieweit...

Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online. Sonderband Semiotik und Arbeitswelt

Martin Nies
Nummer 3, Jahrgang 2017. Die Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online sind ein Open Access Journal des Virtuellen Zentrums für kultursemiotische Forschung / Virtual Centre for Cultural Semiotics (www.kultursemiotik.com) und werden von Martin Nies herausgegeben. Sonderband: Semiotik und Arbeitswelt. Zeichentheoretisch basierte Praktiken in Medienproduktion, Kulturvermittlung, Produktvermarktung und Unternehmensführung. Die Beiträge dieses Bandes widmen sich Zeichen, die uns in Arbeitswelten und damit in konkreten wirtschaftlichen Zusammenhängen begegnen.

Verpackungssemiotik. Kulturelle Herausforderungen für Packungsdesigner und Produktmanager

Klaus Kerschensteiner
Damit Verkaufsverpackungen beim Kunden den gewünschten Eindruck hinterlassen, studieren Verpackungsdesigner in ihrer Ausbildung, mit welchen textuellen Strategien sie die Packungskommunikation vereinfachen, den Seh- und Suchgewohnheiten von Konsumenten nachkommen und wie sie Packungen mit emotionalen Werten aufladen können. Für Produkt- oder Markenmanager ist das Packungsdesign wichtiger Bestandteil des Marketingmixes. Mancherorts wird sogar der gängige Marketingmix aus Preis-, Produkt-, Kommunikations- und Vertriebspolitik, um den Wert Verpackungspolitik erweitert. Damit Produktmanager mit den auf ihrer Verpackung deutbaren Aussagen keine...

Software-Support mittels Lehrvideos - Konzeption einer Lehrvideo-Serie für StipSys

Armin Gerl
Digital Learning Media Pro - Praxisberichte 3.2017: Für den Support der Software StipSys (Elektronisches Stipendiensystem) wird mittels des Lernmedienprojekts eine Lehrvideo-Serie konzipiert und ein Lehrvideo umgesetzt. Hierfür wird das didaktische Konzept vorgestellt und die praktische Umsetzung dargelegt, welche aus der Erstellung einer Lehrvideo-Vorlage und der Nutzung dieser für ein Lehrvideo beschreibt. Zusätzlich wurde eine eigene Support-Webseite erstellt, um die Lehrvideos bereitzustellen. Der damit verbundene Erfahrungsbericht erläutert die erlangten Erfahrungen und Kompetenzen.

Geometrie in Schule und Hochschule - Ein Blended Learning Format zur Vernetzung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik

Andreas Datzmann
Digital Learning Media Pro - Praxisberichte 3.2017: Der vorliegende Artikel befasst sich mit der Konzeption eines ILIAS Begleitkurses für das innovative Lehr-Lern-Format „Geometrie in Schule und Hochschule“, das im Rahmen des Projektes „SKILL“ an der Universität Passau im Wintersemester 2017/18 erstmals durchgeführt wird. Dazu wurde neben einer ansprechenden Startseite mit allgemeinen Informationen für die Studierenden zu jeder geplanten Sitzung ein Ordner erstellt, der einerseits die Präsenzveranstaltung begleitet und andererseits die Studierenden beim Nachbereiten der Sitzungen...

Arbeit als Simulakrum des Geldes. Vertrauenskreationen einer narratologischen Ökonomie

Oliver Fohrmann
Die Ökonomie insgesamt, der Leitdiskurs der Moderne, die Baudrillard als Produktionszeitalter im 19. Jahrhundert ansiedelt, tritt im postmodernen Simulationszeitalter des 20. Jahrhunderts in ihr ästhetisches Stadium ein. Hierin dient Arbeit nicht mehr der Produktion, sondern verkommt sinnentleert zum Alibi eines abstrakten „Anwesenheitszwangs“, der seinerseits nur gewährleisten soll, dass jeder an seinem Platz bleibt. In diesem Artikel soll jedoch eine andere Gewährleistung verdeutlicht werden. Arbeit soll wie bei Baudrillard verstanden werden als Simulakrum, aber als Simulakrum...

Filmischer Raum als Ort der Kontemplation in Andrej Tarkovskijs STALKER

Christian Ostwald
Christian Ostwald widmet sich in seinem Beitrag ganz und gar Andrej Tarkovskijs STALKER (SU 1979). Er geht der Frage nach, worin sich Tarkovskijs Filmklassiker als Kunstwerk und Medium philosophischen Diskurses begründet. So wird im Einzelnen dargelegt, wie der Diskurs bereits in der archetypischen Figuration und den raumsemantischen Strukturen des Films angelegt ist. Der Beitrag zeigt wie die Permeabilität der diegetischen Grenze erhöht und durch die spezifische Montage Tarkovskijs filmische Räume der Kontemplation eröffnet werden. Dabei...

Mono- und polyisotopische Lesarten von Walther von der Vogelweides Ir reiniu wîp, ir werden man (L. 66,21) und ihre Auswirkungen auf die Strophenanordnung

Peter Klimczak
Peter Klimczak wiederum setzt sich mit Ir reiniu wîp, ir werden man (L. 66,21) mit einer der anspruchsvollsten Dichtungen Walther von der Vogelweides auseinander. Fast ein Jahrhundert lang wurde bezweifelt, ob es sich überhaupt um ein zusammenhängendes Lied handelt und bis jetzt besteht bezüglich der genauen Strophenfolge ein (Rest-)Dissens. Dieser resultiert aus der unterschiedlichen Lesarten des Liedes. Das auf Algirdas J. Greimas und François Rastier zurückgehende Isotopienmodell erlaubt die Differenzierung einer traditionellen, monoisotopischen, von einer...

Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online. Ausgabe 5

Peter Klimczak
Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online ist ein Open Access Journal des Virtuellen Zentrums für kultursemiotische Forschung / Virtual Centre for Cultural Semiotics (www.kultursemiotik.com).

Die Arbeitswelt als Semiosphäre. Zur Relevanz semiotischen Wissens und semiotischer Methoden für Mitarbeitende und Management

Hermann Sottong
Semiotisch gesehen bietet die Arbeitswelt viele Perspektiven für die Semiotik. Dies nicht nur deshalb, weil in der zeitgenössischen Erwerbsarbeit die meisten Tätigkeiten zum überwiegenden Teil aus der Produktion, Rezeption und Ver-Ar-beitung zeichenhafter Äußerungen besteht, sondern auch, weil ein wachsender Teil des Outputs unserer Wirtschaftsprozesse ganz oder teilweise in der Produktion und Verarbeitung von Zeichen und Äußerungen besteht. Ich widme mich in diesem Beitrag allerdings dem ersten Aspekt und betrachte dabei in Anlehnung an Jurij Lotman...

Die Narrative des Unternehmens im Kopf. Semiotische und erzähltheoretische Analysemethoden im Change-Management

Michael Müller
Unternehmen sind wie alle sozialen Systeme bestimmt durch ihre Kommunikationen. Allein schon dadurch sind sie semiotische Systeme: Es ist klar, dass Produktion, Vertrieb, Marketing, aber auch Führung und Kooperation in erster Linie durch Kommunikation und damit mit semiotischen Mitteln organisiert wird. Über diese alltäglichen Formen der Kommunikation hinaus seien hier vor allem zwei besondere Formen des semiotischen Handelns erwähnt: Das, was man Zeichenmanagement nennen könnte, und die Narrative des Unternehmens als spezifische, identitätsbildende semiotische Operationen.

„Familienaufstellung“. Zur Semiotik unternehmensspezifischer Narrative in Krisen

Kathrin Dreckmann
Unternehmenskulturen sind Kulturen, in denen sich über eine Zeit gemeinsamen Arbeitens Kommunikationsstrukturen ausbilden, die den Einzelnen mit den anderen verbinden. Es entsteht so in der Regel ein kohärentes Gewebe, das Mitarbeitern Orientierung gibt. Dies wird dann besonders bedeutend, wenn vor dem Hintergrund der zunehmenden „Stückhaftigkeit unserer Welt“ (Clifford Geertz) Diskussionen über grundlegende gemeinsame Vorstellungen, gemeinsame Gefühle und gemeinsame Werte auch in der Arbeitswelt nicht immer einfach zu lösen sind. Innerhalb von Unternehmenskulturen bilden in der...

Zeichen, Konventionen und Geschichten. Zur Semiotik der Mensch-Maschine-Interaktion in der Bedienkonzeptentwicklung

Matthias Herz
In den letzten Jahrzehnten hat sich im Bereich der Entwicklung digitaler Produkte ein wesentlicher Perspektivenwechsel vollzogen. Unter dem Banner des human centered design wird nicht mehr nur die Frage gestellt, wie ein hochfunktionales Produkt aussehen muss. Es wird zudem gefragt, wie dieses hochfunktionale Produkt auch ein möglichst benutzerfreundliches werden kann. In diesem Zusammenhang haben Methoden und Perspektiven in die Produkt- und Bedienkonzeptentwicklung Einzug gefunden, die Zeichen, Genese und Nutzung von Konventionen sowie narratologische Ansätze in...

Theorie trifft Praxis. Warum die Filmdramaturgie die Semiotik braucht

Marietheres Wagner
Ein Merkmal der kollektiven Verbreitung von Narrativen ist der hohe Grad an Emotionalität, mit der sie einhergehen. Massenmedien und deren narrative Strukturen spiegeln kulturelle Wertvorstellungen und Normen, die wie Glaubenssysteme fortwährend reproduziert werden. Narrative spiegeln sich in Religionen, Wirtschaftssystemen, politischen Strukturen und kulturellen Identitäten. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari bezeichnet Geschichten als Grundpfeiler menschlicher Gesellschaften. Nach Harari haben im Laufe der Geschichte Erzählungen über Götter, Nationen und Unternehmen so große Macht gewonnen, dass die...

Sexualität und Rollenzuweisung der Frau im späten DDR-Fernsehen. Ein beispielhafter Einblick in ein vernachlässigtes Forschungsfeld

Andreas Neumann
Andreas Neumann macht in seinem Beitrag auf einen bisher von der Medien- aber auch Geschichtswissenschaft nur unzureichend beachteten Bereich der DDR-Fernsehforschung aufmerksam: Die Rolle der Frau in Partnerschaft und ihre Sexualität, sowie der Wandel der dementsprechenden Diskurse im Laufe der Zeit. Dabei wird der Grundannahme Michel Foucaults gefolgt, wonach es sich bei der Sexualität um einen besonders dichten Durchgangspunkt für Machtbeziehungen, nicht zuletzt zwischen Mann und Frau sowie Verwaltung und Bevölkerung, handelt. Anhand von drei,...

Semiotic Corporate Dashboard. Unternehmenspositionierungen semiotisch bestimmen und steuern

Klaus M. Bernsau
In einer sich zusehends globalisierenden und verdichtenden Welt nimmt die Zahl der Angebote und damit der Wettbewerb unter Unternehmen immer mehr zu. Schon die Zahl der Unternehmen und Produkte führt dazu, dass das Angebot immer unübersichtlicher wird. Mit zwei weiteren Effekten sorgen Unternehmen allzu oft zusätzlich dafür, dass ihr Angebot indifferent und austauschbar wird: Erstens werden erfolgreiche oder vermeintlich erfolgreiche Angebote gerne kopiert. Es kommt zu sogenannten Me-too-Angeboten. Zweitens fürchten Unternehmen, relevante und zahlungskräftige Zielgruppen...

Einführung in die Methode des crossmedialen Storytellings - Ein crossmedial erzählter ILIAS-Bereich zu den Basics

Angelika Pleyer
Digital Learning Media Pro - Praxisberichte 3.2017: Unter dem Dach des Projektes „Begegnungsraum Geschichte“ werden bereits sogenannte multimediale Seminare für Studierende der Universität Passau angeboten. Nun sollen verstärkt auch Lehramtsstudierende, die noch keine oder wenig Erfahrung mit multimedialen Inszenierungen haben, für diese Veranstaltungen gewonnen bzw. innerhalb des Kurses über die Grundideen informiert werden. Der im Folgenden vorgestellte ILIAS-Bereich bereitet dazu die in den Seminaren eingesetzte Methode des crossmedialen Storytellings leicht verständlich auf. Die Grundidee dabei...

Nicht-Ort Bates Motel. Vorüberlegungen zu einer Ikonografie der Einsamkeit in der amerikanischen Moderne

Denis Newiak
Denis Newiak lotet anhand des umfangreichen filmischen Bildreservoirs von „Psycho“ – von Hitchcocks Klassiker über die Fortsetzungsfilme bis hin zur aktuellen Fernsehserie BATES MOTEL (USA 2013-2017) – die Möglichkeiten einer kinematographischen Ikonografie der Einsamkeit aus. Die Welt von „Psycho“ gilt dabei vorwiegend durch ihre hochgradige Modernität als unerschöpflicher Bildspeicher, der sich vorwiegend aus den „Nicht-Orten“ (Augé) und deren verdächtigen Räumen hinter den Medienoberflächen speist. Unter Zuhilfenahme der Erkenntnisse der Kunstwissenschaft zu Einsamkeitsbildern in Malerei und...

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