16 Works

Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online. Ausgabe 6

Klaus Kerschensteiner
Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online ist ein Open Access Journal des Virtuellen Zentrums für kultursemiotische Forschung / Virtual Centre for Cultural Semiotics (www.kultursemiotik.com).

Einleitung der Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online 4.2018

Martin Nies
Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online. Heft 4.2018. Herausgeber: Martin Nies. ISSN: 2364-9224

Raum und Grenze

Hans Krah
Raum und Grenze, und deren Verhältnis zu Individuen wie Kollektiven, stellen dabei zentrale Denkfiguren wie Operatoren der ‚Sinn‘generierung dar. Die folgenden Ausführungen versuchen aus semiotischer Sicht einen Überblick über die verschiedenen Bedeutungen, Artikulationsformen und Anwendungsbereiche dieser Parameter zu geben. Sie orientieren sich an der Skizze, wie sie in Krah 1999 dargelegt wurde, und ergänzen, modifizieren und neujustieren diese aus der Perspektive und dem Stand von 2018.

Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online Ausgabe 4: Raumsemiotik

Martin Nies
Die Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online sind ein Open Access Journal des Virtuellen Zentrums für kultursemiotische Forschung / Virtual Centre for Cultural Semiotics (www.kultursemiotik.com). Mit „Räume – Grenzen – Identitäten“ soll eine neue Schwerpunktreihe innerhalb der Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik zeichenhaften Raum-, Grenz- und Identitätskonstrukten gewidmet sein.

Queer Space?

Claudia Gremler
Es gehört inzwischen zu den Grundprämissen kulturwissenschaftlicher Raumtheorien, dass Raum als Konsequenz von und in Wechselwirkung mit sozialen Praktiken entsteht. Diese „Produktion des Raumes“ die erstmals einflussreich von Henri Lefebvre formuliert wurde, muss in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen gesehen werden, wie unter anderen Pierre Bourdieu und Michel Foucault betont haben. Soziopolitische Machtstrukturen, seien sie patriarchaler oder kolonialistischer Art, schreiben sich in hegemonialer Form in den Raum ein und führen zur auch räumlich manifestierten Marginalisierung bestimmter...

Architektonische Grenzgänge zwischen Raum und Wahrnehmung

Lil Helle Thomas
Der Einfühlungsbegriff ist während des Fin de siècle eng verknüpft mit der medizinischen Erforschung der Nerven- und Muskelempfindungen. Es erscheint daher konsequent, diese Verbindung von medizinischer Praxis und psychologisierender Ästhetik in der Architektur am Beispiel eines Sanatoriums der Jahrhundertwende nachzuvollziehen. Jener Beziehung von Ausdruck und Eindruck einer Wiener Raumkunst beziehungsweise der Relation von Bauwerk und dessen Benutzer soll im Folgenden am Beispiel des Sanatoriums Purkersdorf nachgegangen werden.

Der Wald des Mittelalters

Christian Zolles
‚Der Wald des Mittelalters‘ soll im Folgenden nicht allein als historisches Dokument beschäftigen – als kultureller Text im 11. bis 13. Jahrhundert, dessen Bedeutung von einem System symbolischer Formen (Ernst Cassirer) oder den Organisationsniveaus einer Semiosphäre (Jurij M. Lotman) bestimmt wird. Ergänzt um den Faktor des historischen Archivs steht darüber hinaus die Form seiner Erinnerung zur Diskussion, wodurch er vielmehr als historisches Monument erscheint (Michel Foucault), als Palimpsest, dessen verblasste Inschriften Zeugnis vom Wechsel historischer...

Inklusionen, Exklusionen, Implikationen

Theodoros Konstantakopoulos
Wir beginnen mit einem performativen Paradigma einer tropologischen Exklusion, indem wir als ein wir die Frage in den Raum stellen, warum die prekären Substitute unseres Logos die Grenzen seiner Leistung bestimmen, obwohl sie weder wahr noch falsch, weder möglich noch unmöglich sind. Anders gefragt: Wie kann etwas ohne abgeschlossenen und abschließbaren Sinn, wie das Unbegriffliche im Sinne Hans Blumenbergs oder die den sprachlichen Spuren inhärente différance im Sinne Jaques Derridas, einen bedeutenden semantischen Einfluss auf...

B/Orders – Schwellen – Horizonte

Martin Nies
Damit sind Grenzen ein, wenn nicht gar der prominenteste Untersuchungsgegenstand der Kultursemiotik, also derjenigen Teildisziplin der Wissenschaft von den Zeichen, die kulturelle Prozesse in ihren zeichenhaften Veräußerungen beschreibt. Dementsprechend bezeichnen Gräf/Schmöller die Grenze selbst als eine „semiotische Größe“, da sie stets in kulturellen kommunikativen Kontexten verankert ist. Die Kultursemiotik untersucht anhand medial materialisierter Texte, in welcher Weise Kulturen in ihren kommunikativen Akten und zeichenhaften Handlungen Grenzen und Ordnungen konstruieren und rekonstruiert darüber die historischen und...

Sozialer und semiotischer Raum

Matthias Bauer
In den Gesellschafts- wie in den Kulturwissenschaften hat der Begriff des ‚Raums‘ in den letzten Jahren sehr viel Aufmerksamkeit erfahren. Zahlreiche Einzelstudien, Sammelbände und Handbücher loten den Bedeutungsumfang dieses Begriffs, aber auch die Schwierigkeiten aus, die sich einerseits aus der Vielfalt vorhandener Raumkonzepte und andererseits aus der Fülle ihrer keineswegs deckungsgleichen Anwendungsmöglichkeiten ergeben. Hinzu kommt die Schwierigkeit, den Begriff des Raums von verwandten Ausdrücken wie Platz und Ort, Umgebung und Territorium oder gar Welt abzugrenzen...

Gedächtnis-Semiosphären und Vergangenheitsbewältigung in der deutschsprachigen Literatur Belgiens

Lesley Penné
Die semiotische Deutung von Raum sowie eine dynamisierte Auffassung des Grenzkonzepts lassen Lotmans Raumtheorie auch zur Deutung einiger deutschsprachiger belgischer Romane, die um die Jahrtausendwende veröffentlicht wurden, geeignet erscheinen. So sollen im Folgenden die Texte Wege aus Sümpfen. Roman einer Grenzlandschaft. Teil I: Eine Jugend auf dem Königshof (2001) und Wege aus Sümpfen. Roman einer Grenzlandschaft. Teil II: Brückenschläge (2006) von Léo Wintgens, Bosch in Belgien (2006) von Freddy Derwahl, sowie Unterwegs zu Melusine (2006)...

Zirkus und Raum

Maren Conrad & Franziska Trapp
Zirkusperformance ist Raumbewegung. Im Gegensatz zu literarischen oder filmischen Artefakten wird im Zirzensischen daher der Raum zur zentralen, der übrigen Narration hierarchisch übergeordneten Prämisse der narrativen Performanz, ja zur elementaren Ermöglichungsstruktur für die Modellierung eines sekundären semiotischen Systems, das nicht im Rahmen der Semiose nachträglich rekonstruiert, sondern im Moment des Aufführens performativ konstruiert wird. Der vorliegende Artikel fokussiert auf Basis dieser Funktionszusammenhänge des Zirzensischen genau diese Relation von Zirkus und Raum unter der Annahme einer...

Daten – Räume – Datenräume

Hedwig Wagner
Im Folgenden soll die kategorielle Ausdifferenzierung zwischen dem Spannungsverhältnis von Kartographie, Navigation und Technologie anhand zweier Klassifizierungsschemata, dem von Manuel Schramm und dem von Martin Dodge und Rob Kitchin beleuchtet werden und mit der Untersuchung von Pablo Abend ergänzt werden. Die Arbeiten sollen in ihrem bisherigen Forschungsstand aufgezeigt, kritisch überprüft und hier logisch erweitert werden.

Raum-Poetik

Stephanie Großmann & Stefan Halft
In literarischen Texten lassen sich regelrechte „fictions of space“ identifizieren, in denen sich ‚Raum‘ als eine handlungskonstitutive Dimension erweist. Diese Form literarischer Raum-Fiktionen instrumentalisiert nicht nur topologische Raumentwürfe, sondern fokussiert auf Raumpraktiken und Raumsignifikationen bzw. problematisiert diese auf einer metafiktionalen Ebene. Von Interesse scheinen solche Raumentwürfe insbesondere in Texten zu sein, die ‚Raum‘ zu einem zentralen Element in der Entwicklung ihrer Figuren und zum Motor der Narration machen.

Zur Funktion von Nicht-Orten und Heterotopien in Identitätsnarrativen der Kinder- und Jugendliteratur

Damaris Nübel
Raum ist eine zentrale Kategorie bei der Erschaffung fiktionaler Welten. Wer erzählt, entwirft Räume und Raumverhältnisse, Orte und Schauplätze. Diese verweisen nicht selten auf die außerliterarische Wirklichkeit, manchmal, wie z.B. im Großstadtroman, sogar auf konkrete Straßen, Plätze oder Gebäude.

Symbolische Räume kultureller Diversität

Lisa Gaupp
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie kulturelle Diversität in den performativen Künsten kuratiert wird. Dieser Frage zugrunde liegt die Annahme, dass derzeit vor allem zwei gegensätzliche ‚Strömungen’ existieren, wie kulturelle Diversität in künstlerischen Projekten kuratiert wird.

Registration Year

  • 2019
    16

Resource Types

  • Text
    16

Affiliations

  • University of Passau
    5