44 Works

Theaterpublikum – das unbekannte Wesen. Annäherungen an eine vernachlässigte Figur

Doris Kolesch
L’enquête artistique sur le rôle et la fonction du public n’a pas commencé avec l’Art de la Performance dans les années 1960. Tout le 20e siècle a été marqué par l’expérimentation, la transformation et le questionnement de ce qu’est un public et de ce qu’il devrait faire ou ne pas faire. Alors que Bertolt Brecht demandait un nouvel »art de regarder« et qu’Antonin Artaud exigeait de plonger les spectateurs dans un »bain d’électricité psychique où...

Missverstehen als produktive Kraft

Géraldine Boesch & Beate Hochholdinger-Reiterer
Ein Gespräch mit Max-Philip Aschenbrenner (Asian Arts Theatre) und Ulf Otto (Universität Hildesheim)

Le capitalisme comme religion globale. Actes de profanation dans Christophe Meierhans Some use for your broken clay pots

Friedemann Kreuder
Aus der Sicht des italienischen Philosophen Giorgio Agamben in Profanierungen (2005) wurden in der römisch-antiken Gesellschaft diejenigen Dinge als ›heilig‹ oder ›religiös‹ bezeichnet, die auf irgendeine Weise den Göttern gehörten. Sie wurden aus dem freien Gebrauch und dem profanierenden Verkehr der Menschen in eine eigene Sphäre abgesondert. Unter den Vorzeichen des Gesellschaftssystems des globalen Spätkapitalismus stellt sich die Frage nach einer solchen Absonderung neu und anders, da Letztere umfassend und omnipräsent geworden ist. In besagtem...

Lust auf Nachhaltigkeit

Beate Hochholdinger-Reiterer
Ein Gespräch mit Nicolette Kretz, Leiterin des AUAWIRLEBEN Theaterfestival Bern und des Internationalen Theaterfestivals Bümpliz-Bethlehem out+about

Observing Spectating?

Stefanie Husel
Zeitgenössisches postdramatisches Theater, immersive Installationen, Walks und/oder Games weisen unmissverständlich darauf hin, dass Kunst- beziehungsweise Theatermacher_innen sich nicht mehr mit einem lediglich zuschauenden Publikum begnügen möchten. Schon aus diesem Grund ist es obsolet, das Zuschauen im Theater erforschen zu wollen. Allerdings wird auch dem ganz traditionellen, distanzierten Zuschauen Unrecht getan, wenn es als passiv und leibfern beschrieben wird; ich möchte daher vorschlagen, das Wahrnehmen im Theater (und ähnlichen Settings) als eine mit dem Körper vollzogene...

Tönerner Ernst – Demokratie als Fiktion

Ellen Koban
Ein Gespräch mit Christophe Meierhans und Friedemann Kreuder (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) zu Some use for your broken clay pots

Memory Construction

Serge Honegger
A Group Discussion with Tom Struyf and Geert De Vleesschauwer on Vergeetstuk

The Audience as (Moved) Mass. Suddenly everywhere is black with people by Marcelo Evelin

Regina Rossi
Audience interaction and participation in the performing arts has increased since the late 1990s, as evidenced in performances by LIGNA, Gob Squad, Rimini Protokoll and SIGNA as well as in museum work by Tino Sehgal, to name only a few examples from contemporary theatre in the German-speaking area. Stagings and variations of interaction and participation have by now been well-researched in the field of theatre and dance scholarship, with the exception however of systematic-scientific analyses...

Vergessen ›in Szene‹ setzen? Überlegungen zu Tom Struyfs Vergeetstuk

Aline Vennemann
"Was in Erinnerung bleiben soll, bedarf der Konsolidierung durch wiederholtes Durchdenken und Durchfühlen desselben Ereignisses." (Welzer 2011:234) Exakt diese Behauptung wird in Vergeetstuk (2014) exemplifiziert. Dort wird nicht nur über Gedächtnislücken und ihre Konsequenzen verhandelt, sondern gezeigt, wie das Gedächtnis arbeitet und wie Erinnerung entsteht. Paradoxerweise greift der belgische Künstler Tom Struyf für die Inszenierung von solchen Prozessen auf Verdrängungsmechanismen und das Krankheitsbild der Amnesie zurück. »A good memory needs to forget«, belehrt uns zu...

Krisenmomente in der ›Guckkastenbühne‹

Hanna Voss
Ein Gespräch mit Benny Claessens zu Hello Useless – For W and Friends

What I say is who I am? Anmerkungen zu # 6 – Queer Sells von White on White

Johannes Kup
Wie gelingt es weißen Subjekten, ihre Hegemonie auf den Spielwiesen und Kampffeldern des Globalen immer wieder zu behaupten? Der Berliner Regisseur Johannes Schmit und der Malmöer Schauspieler Iggy Malmborg, die sich als Performanceduo White on White bereits seit einigen Jahren mit Aspekten der Critical-Whiteness-Forschung befassen, stellen sich diese Frage ganz konkret – nämlich in Bezug auf sich selbst: Wie kann ein weißes, männliches Künstlerduo auf dem heutigen Kunst- und Theatermarkt noch bestehen, auf dem diese...

Kunstrealität im abgesicherten Modus. Das ›feature theatre piece‹ TO BREAK – The Window of Opportunity von Robbert&Frank/Frank&Robbert

Anna Volkland
Die beiden jungen, miteinander seit zehn Jahren befreundeten Belgier Frank Merkx und Robbert Goyvaerts alias Robbert&Frank/Frank&Robbert sind keine Theatermacher, aber sie erforschen am Theater- und Kunsthaus CAMPO in Gent genau das: Theater(machen), anders als gewohnt. Der auf der Homepage des Duos auftauchende Begriff ›feature theatre‹ – in diesem Fall sicher treffend übersetzbar mit dem eher anachronistisch anmutenden ›Zeige- und Schau-Theater‹ – bezeichnet somit für ihre aktuelle Arbeit TO BREAK – The Window of Opportunity (2014)...

Crossing Borders

Franziska Burger
An Interview with Cristina Galbiati (TricksterP, Novazzano) on Sights

Preface to Volume 2

Géraldine Boesch & Beate Hochholdinger-Reiterer
Mit »Spielwiesen des Globalen« liegt der zweite Band der Reihe itw : im dialog – Forschungen zum Gegenwartstheater vor. Das vom Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern (ITW) initiierte Format »itw : im dialog« will die bislang punktuell betriebene nationale und internationale Forschung zum Gegenwartstheater bündeln und neue Forschungsperspektiven eröffnen. Mit wissenschaftlichen Symposien und praxisorientierten Workshops, welche seit 2014 am ITW stattfinden, wird der Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und interessierter Öffentlichkeit gefördert. Die Bände der...

Insulter, Ignorer, Manipuler. La Politique avec le public d’après Peter Handke (d’ Ivana Müller et Claudia Bosse)

Nikolaus Müller-Schöll
Dans le contexte des études récentes sur la théorie et historiographie du théâtre concernant le spectateur, la pièce Publikumsbeschimpfung de Peter Handke marque le début de la dissolution successive d’une certaine conception de l’acteur et du public, qui s’était établie entre le milieu du 18e et la fin du 19e siècle comme paradigme du théâtre moderne. D’un côté, Handke a pu se baser sur la redécouverte du spectateur actif – tel qu’il l’était probablement à...

Einladung zum Widerspruch. Publikumspartizipation in Some use for your broken clay pots von Christophe Meierhans

Simone Niehoff
In der Lecture Performance Some use for your broken clay pots stellt der Schweizer Künstler Christophe Meierhans ein alternatives demokratisches System vor. Seiner Präsentation liegt eine ausgearbeitete Verfassung mit 350 Artikeln zugrunde. Meierhans fordert zur Diskussion seines politischen Entwurfs auf und das Publikum folgt seiner Einladung mit großer Dialogbereitschaft. Die schiere Anzahl der Wortmeldungen wie auch die detaillierte inhaltliche Auseinandersetzung der Zuschauer_innen mit Meierhans' Verfassung überrascht. Wie gelingt es der Performance, eine solch intensive und...

Visionieren, Kuratieren, Kanonisieren

Beate Hochholdinger-Reiterer & Géraldine Boesch
Podiumsdiskussion mit Barbara Gronau (Universität der Künste Berlin), Johanna-Yasirra Kluhs & Felizitas Kleine (Theaterfestival FAVORITEN), Giovanni Netzer (Origen Festival Cultural), Jasper Walgrave (Pro Helvetia) und Dagmar Walser (Moderation)

Ein Ausweg aus der ›weißen Komplizenschaft‹? Zur Performance #6 – Queer Sells von White on White

Hanna Voss
Der Terminus ›White on White‹, welcher dem Titel des bekannten Gemäldes von Kasimir Malewitsch (1918) entlehnt ist, bezeichnet hier sowohl die künstlerische Beziehung der beiden Performer Iggy Malmborg aus Malmö und Johannes Schmit aus Berlin als auch deren Performanceserie (vgl. White on White 2015). Während die Radikalität von Malewitschs Gemälde für die Zeitgenossen in der geometrischen Abstraktion ohne Referenz auf eine äußere Wirklichkeit bestand (vgl. anonym 2003:85) – auf der quadratischen Leinwand ist lediglich ein...

AUAWIRLEBEN 1983–2015. Von der Gastspielreihe zum Theaterfestival Bern

Michael Graber
Das ›AUA‹ wirkt und lebt als fester Begriff in der Freien Szene der Bundesstadt Bern. Denn ›AUA‹ ist eben nicht bloß ein Ausdruck für ein im Bereich des Erträglichen liegendes Schmerzempfinden. Für einen Kreis von Interessierten ist ›AUA‹ das gängige Kürzel für eine Veranstaltungsreihe, die seit mehr als 30 Jahren eng mit der Lebensader des Berner Theaterschaffens verbunden ist und jedes Jahr einen bunten Strauß aus dem großen, internationalen Feld des freien Gegenwartstheaters in die...

Performative ErMittlung von Meinungen und Positionen auf den Spielwiesen des Globalen. Überlegungen zu Fight Night von Ontroerend Goed und The Border Project

Annika Wehrle
"It has often been said that you can’t have a show without an audience and tonight that is more true than ever. Because tonight we will not only need your eyes and ears but at the center of everything will be your voice." Diese Aufforderung, das szenische Geschehen durch Stimmabgabe mitzulenken, läutet das performative Wortgefecht Fight Night (2013) ein, eine global tourende Koproduktion von Ontroerend Goed und The Border Project. Fünf Kandidat_innen steigen in den...

»Outside of Your Day-to-Day Comfort Zone«

Anne Bonfert & Hanna Voss
An Interview with Ant Hampton on The Thing – An Automatic Workshop in Everyday Disruption

Freie Republik HORA – Regie und Schauspiel als fortwährender Aushandlungsprozess

Sarah Marinucci & Marie Urban
Ein Gespräch mit Gianni Blumer (Schauspieler Theater HORA) und Nele Jahnke (Stv. künstlerische Leiterin Theater HORA)

Registration Year

  • 2017
    24
  • 2019
    20

Resource Types

  • Workflow
    44

Data Centers

  • BOP - itw: im dialog
    44